10 Gründe für das Abnehmen mit Kalorienzählen

By Daniel Schröder | Abnehmen

Apr 12
abnehmen mit kalorienzählen

Abnehmen mit Kalorienzählen – um Himmels Willen! Das Böse hat einen Namen.

Unglaublich, wie schlecht das Kalorienzählen im Internet dargestellt wird und wie diese Einstellung von vielen Menschen übernommen wird. Natürlich, ohne das Kalorienzählen jemals korrekt umgesetzt zu haben.

Dieser Artikel soll eine kleine Returkutsche sein und die 10 Gründe FÜR das Abnehmen mit Kalorienzählen aufzeigen. Ebenso gilt das für das Kalorienzählen, um damit sein Körpergewicht zu halten, oder kontrolliert Gewicht zuzunehmen.

Im Internet und anderen Medien werden oftmals nur Nachteile des Kalorienzählens genannt. Dabei stoße ich immer auf ähnliche Argumente. Nämlich Argumente, die so lange gedreht und gewendet werden, bis sie tatsächlich nachteilig klingen.

Man ließt beispielsweise, dass das Kalorienzählen nicht sinnvoll sei, weil jeder Mensch unterschiedlich ist (tolles Argument, oder?). Dass man sich zu schnell verschätzt. Dass daraus Essstörungen entstehen und es letztendlich viel zu kompliziert sei.

Kalorienzählen kann natürlich nur dann funktionieren, wenn es richtig umgesetzt wird. Das richtige Kalorienzählen wird aber ein Thema für einen separaten Artikel, den du in Kürze auf diesem Blog findest. 🙂

Bevor ich gleich zu den 10 Gründen für das Abnehmen mit Kalorienzählen komme, ein kurzer Hinweis, der dieser Thematik etwas Farbe verleihen soll.

Was ich mit Kalorienzählen (als Basis) erreicht habe:

In meinem aktuellen Projekt habe ich 50 kg kontrolliert über 3 Jahre zugenommen. Jeden Monat genau 1-2 kg. Einen Großteil dieses Gewichts werde ich nun mit Hilfe des Kalorienzählens wieder abnehmen.

Warum ich das gemacht habe, erfährst du ebenfalls hier. Damit möchte ich nicht die Leser, die sich hier schon auskennen, jedes Mal aufs Neue nerven. 😛

Also:

Vor diesem Projekt habe ich u. a. mit Hilfe des Kalorienzählens ca. 28 kg abgenommen. Und das, nachdem ich zuvor durch Kalorienzählen ca. 30 kg kontrolliert zugenommen habe.

Kalorienzählen ist nicht gleich Kalorienzählen.

Wenn es richtig gemacht wird, wird es um weitere Aspekte ergänzt, um es besser umsetzbar zu machen. Kalorienzählen ist nicht reaktiv, sondern proaktiv. Das heißt, nur das Zählen der Kalorien bringt rein gar nichts, außer bunte Statistiken und Diagramme in einer der unzähligen Kalorien-Apps fürs Smartphone.

Richtig ausgeführt, unterstützt einen das Kalorienmanagement, sein Körpergewicht langfristig in den Griff zu bekommen!

Nun aber zu den 10 Gründen, die meiner bescheidenen Meinung nach FÜR das Abnehmen mit Kalorienzählen sprechen.

10 Gründe für das Abnehmen mit Kalorienzählen

1) Flexibel

Wird das Kalorienzählen richtig gemacht , so ist damit nicht nur das stupide Zählen von Kalorien gemeint, sondern das Einhalten gewisser Kalorien-Rahmen.

Ebenfalls zählt zu der richtigen Umsetzung das Einhalten einer bestimmten Makronährstoffaufteilung.

Es ist also etwas Anderes, wenn ich 2.000 kcal hauptsächlich durch Fett zu mir nehme, als durch Eiweiß.

Du erinnerst dich bestimmt an die Makronährstoffe. Das sind:

⇒ Kohlenhydrate
⇒ Eiweiß
⇒ Fett

Nicht der Tag, sondern die Woche zählt!

Flexibel wird das Kalorienzählen dann, wenn man die Kalorienbilanz nicht nur auf den Tag sieht. Das Zahnrad, das hier gestellt werden kann (und sollte) nennt sich Wochenbilanz.

Das bedeutet, dass wir nicht jeden Tag mit Biegen und Brechen versuchen, einen vorgegebenen Kalorienbedarf zu decken. Stattdessen sollte wir im Hinterkopf behalten, dass nicht die Tagesbilanz, sondern die Wochenbilanz am aussagekräftigsten ist.

Wenn wir es dennoch jeden Tag schaffen, die vorgegebenen Rahmen einzuhalten, ist das schön, aber nicht zwingend notwendig.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf fällt einem schon direkt etwas Last von den Schultern. Aber: Wie berechnet man nun die Wochenkalorien?

Total einfach:

Multipliziere deine Tageskalorien einfach mit 7 (Tage pro Woche).

So werden aus 1.000 kcal am Tag 7.000 kcal pro Woche, die du dir frei einteilen kannst. 1.000 kcal nur deshalb, um hier besser zu rechnen.

Frei einteilen bedeutet aber nicht gleich, an einem Tag 6.000 kcal zu sich nehmen und auf die restlichen 6 Tage die übrigen 1.000 kcal zu verteilen.

Was aber prima funktioniert, ist, sich an einem Tag etwas mehr Kalorien (bspw. 1.300 kcal) zu gönnen und sich an dem darauffolgenden Tag etwas zu zügeln (700 kcal).

Wie schon erwähnt, ist dieser Ansatz nur ein Instrument, um das Kalorienzählen praktischer zu gestalten. Es sollte kein Freifahrtschein für enorme Kalorienexzesse sein!

Pareto-Prinzip (80/20-Regel)

Ein weiteres Hilfsmittel, das das Kalorienzählen flexibler gestalten soll: Das Pareto-Prinzip.

Klingt womöglich kompliziert, ist es aber absolut nicht.

Ich werde auf dieses tolle, wissenschaftlich fundierte Konzept in einem separaten Artikel gesondert eingehen. Für diesen Zeitpunkt sei gesagt, dass es dabei darum geht, die Prioritäten auf die wenigen Maßnahmen zu legen, die den größten Einfluss auf den Erfolg haben.

Das bedeutet:

Bitte wiege bspw. nicht den Apfel, oder noch besser die Banane, nachdem du sie geschält hast, ab.

Fange auch nicht an, den einen Zuckerwürfel im Kaffee oder den Schuss Milch in das Kalorienzählen einzurechnen. Auch Gemüse oder Salat jeglicher Art würde ich erst einmal nicht wiegen. Kalorienreiches Gemüse könnte man hingegen schätzen.

Genau solche Abwiege-Orgien führen auf lange Sicht zu Problemen. Aus Kalorienzählen wird eine Wissenschaft gemacht. Erbsen werden gezählt und sämtliche Nahrungsmittel auf 1 g genau abgewogen. Auf diese Art und Weise kostet es viel zu viel Zeit, Energie und raubt einem den Spaß am Abnehmen.

durch kalorienzählen abnehmen kalorienrechner

Den Körper interessiert es nicht, ob du deine Ernährung täglich auf 50 kcal genau im Auge hast!

Kaum wählst du im Kaufhaus mal die Treppen, statt den Aufzug, sind einige Kalorien mehr verbraucht. Der Kalorienverbrauch in völlig unterschiedlich – von Tag zu Tag.

Es ist also wichtig, es nicht zu eng zu nehmen und stattdessen auf die wesentlichen Dinge zu achten. Auf solche, die auf lange Sicht für Erfolge sorgen.

Kein Ernährungsplan und keine Diät kommt an die Flexibilität des Kalorienzählens ran, wenn man es einmal verinnerlicht hat.

Die Kalorienbilanz und Makronährstoffaufteilung klingt für viele Menschen, die sich gerade mit dem Thema Ernährung befassen, nach so etwas wie Quantenphysik. Es weckt die Vorstellung von stundenlanger Rechnerei und Wiegerei.

Wer aber die wesentlichen Zusammenhänge verstanden hat, der ist in der Lage, seine Ernährung so flexibel zu gestalten, wie es sonst anders kaum möglich wäre.

Das Kalorienzählen in der Ernährung vergleiche ich gerne mit den wichtigsten Straßenschildern in der Fahrschule: Wenn du die wichtigsten Straßenschilder und Regeln kennst, dann bist du in der Lage, fast jede Situation korrekt einzuschätzen, dich entsprechend zu verhalten und Fehler zu vermeiden.

Es ist ein verhältnismäßig geringer Aufwand, der dir in Zukunft sehr viel Ärger und Stress ersparen wird!

Wie du das Kalorienzählen richtig anwendest, werde ich demnächst in einem Artikel in Form einer überschaubaren Anleitung veröffentlichen. Mein Wunsch ist es, dass auch du den Überblick über deine Ernährung bekommst. Denn genau dafür existiert dieser Blog! 🙂

2) Wenig Zeitaufwanddurch kalorienzählen abnehmen

Klar, das Kalorienzählen bedarf einer Einarbeitung und etwas Gewöhnung. Das ist aber in wenigen Tagen erledigt.

Leider finde auch ich die aktuellen Apps für Ernährungstagebücher etwas zu überladen und unnötig umfangreich.

Es gilt also, sich dort nur wenige Funktionen rauszusuchen, und sich auf diese zu konzentrieren. Fange also nicht an, alle Mahlzeiten nach Uhrzeiten zu sortieren und tausende Tabellen und Diagramme zu führen!

Du musst es dir einfach machen!

Suche auch nicht jeden Tag nach den gleichen Lebensmitteln in den Tiefen der Lebensmitteldatenbanken, sondern lege dir Favoriten an.

Denn sind wir mal ehrlich, meist hat unsere Ernährung recht ähnliche Muster. Es sind also keine Hunderte Lebensmittel, die du täglich durchsuchen musst.

Oder noch besser: Du speicherst direkt ganze Tage ab.

Wenn du beispielsweise weißt, dass du Montags früh und abends ähnlich isst, dann erstelle dir eine Liste „Montag“. Mit einem Klick ist die gesamte Liste an dem aktuellen Tag eingefügt – 3 Sekunden Arbeit!

Auch musst du nicht nach jeder Mahlzeit (oder besser noch während des Essens) deine Kalorien aufnehmen.

Es werden ja meistens keine 80 verschiedenen Beilagen für ein normales Mittagessen anfallen. Merke dir, was auf dem Teller lag und schätze es ab. Natürlich verschätzt du dich. Doch genau hier gilt wieder das Pareto-Prinzip.

Lieber leicht verschätzen, als völlig im Ungewissen unterwegs zu sein.

Ansonsten kannst du auch ein Bild vom Essen machen, um es später in Ruhe abzuschätzen. Da bin ich zwar kein Fan von, aber heutzutage macht doch eh jeder Bilder vom Essen, da fällst du gar nicht mehr auf. 😉 Aber auch hier gilt: Nur, weil es andere machen, muss es nicht richtig sein.

Ein weiterer Tipp in der Gewichtsreduktion: Runde einfach etwas auf, wenn du dir nicht sicher bist.

Mich kostet das Kalorienzählen täglich maximal 5-10 Minuten. Ich mache es abends, vor dem Abendessen. Ich kann also genau sehen, wie viel ich noch ungefähr essen darf. Selbst wenn es bei besonderen Anlässen etwas mehr wird, oder weil der besondere Anlass einfach Hunger ist, dann rechne ich weiter mit der Wochenbilanz.

Also nochmal: Mach es nicht unnötig kompliziert!

Kalorienzählen dauert dir zu lange?

Ganz ehrlich: Wie schnell haben wir täglich 10 Minuten für unnötige Dinge verschwendet (bspw. vor dem Fernseher)? Da lohnt es sich durchaus, diese Zeit für die eigene Gesundheit und für die großen Ziele (Gewichtsreduktion) zu investieren.

Es tut nicht weh, es kostet nichts, es strängt dich nicht an!

Wenn ich das mit manchen Ernährungsplänen vergleiche, dann ist man mit diesen deutlich länger beschäftigt. Dort sind durchaus auch Lebensmittel, Portionsangaben oder Gewichtsangaben zu finden, die eingehalten werden müssen.

3) Abschätzen lernen

Häufig lese ich, dass das Kalorienzählen schnell zu einer Essstörung führe. Das ist sicherlich ein heikles Thema. Auch, weil der Begriff durchaus verschieden interpretiert wird.

Aber ganz unabhängig von der exakten Definition, ist es natürlich möglich, dass sich daraus eine Verhaltensstörung/Essstörung entwickeln kann.

Denkbar wäre ein suchtartiges Verhalten, das schließlich aus allem entstehen kann.

Ich bin mir sicher, dass ein solches Verhalten nur durch falsche Umsetzung zustande kommt. Zumindest war es in den Fällen so, mit denen ich Kontakt hatte.

Es ist deshalb enorm wichtig – und ich wiederhole es deshalb mehrfach, dass nicht die eine Kalorie zählt. Auch nicht das eine Gramm Fett. Nicht die Stunde und letztendlich nicht der Tag. Die Uhrzeit spielt auch keine Rolle, die Abstände zwischen der Nahrungsaufnahme ebenfalls nicht.

Meiner Meinung nach ist das Risiko einer Essstörung durch Kalorienzählen nicht höher, als wenn man sich von (Radikal-)Diät zu (Radikal-)Diät schleppt. Sich nur noch von Kohlsuppen ernährt oder vorgefertigte Ernährungspläne befolgt, die erstens keinen individuellen Bezug haben und zweitens nicht einmal verstanden werden.

Mir ist kaum etwas bekannt, das einen so in Einklang mit der Ernährung bringt, wie das Kalorienzählen. Es ist für mich ein absolutes Paradoxon, dass genau diese Methode sich dann solch haltlosen Argumenten stellen muss.

Das Abnehmen mit Kalorienzählen ist meiner Meinung nach eines der besten Methoden, um sich über seine Ernährung im Klaren zu werden. Um sich zu sensibilisieren. Um zu verstehen, welchen Einfluss Lebensmittel, Kalorien und verschiedene (Makro)Nährstoffe auf den Körper und somit das Körpergewicht haben.

Wo liegt mein Grundumsatz? Was kann Bewegung für einen Einfluss auf den Kalorienverbrauch haben?

Wann nehme ich zu, wann nehme ich ab? Und WAS nehme ich zu und ab?!

Alles Fragen, denen man sich mit der Zeit annähern kann.

Wenn ich die Zeit damals, als ich noch sämtliche Diäten und Ernährungspläne selbst befolgt habe, mit heute vergleiche, dann tue ich mir manchmal selber Leid.

Es tut mir leid für mich, dass ich so ahnungslos unterwegs war und nicht wusste, funktioniert ein bestimmter Diätansatz nun oder nicht? Die Ungewissheit ist ein großer mentaler Brocken, der extrem belastend und demotivierend sein kann.

Es ist unglaublich erleichternd, zu wissen, dass man seine Ernährung „im Griff“ hat.

Und dieses Gefühl möchte ich auch in dir erzeugen.

Theoretisch könnte es einem mit entsprechendem Wissen egal sein, wenn man mal im Urlaub 5 kg zunimmt. Denn man weiß, wie man sie wieder abnimmt. Nicht von heute auf morgen. Aber alleine das Wissen über einen praktikablen Lösungsansatz gibt einem Ruhe und Gelassenheit. Es gibt einem mehr Lebensqualität!

4) Wiegen nicht immer notwendig

Kalorienzählen bedeutet nicht, den ganzen Tag mit Küchenwaage unterm Arm aufs Gramm genau abgepackte Lebensmittel aufzuspüren. Das sage ich deshalb so ausdrücklich, weil manche Leute wohl genau dieses Bild vor Augen haben.

Wir wissen jetzt, dass ein Großteil unserer Mahlzeiten einfach geschätzt wird. Und dass wir uns dabei verschätzen, wissen wir auch.

Kommen wir aber mal zum Abwiegen von Lebensmitteln zu Hause.

Klar, es ist kein absolutes Muss. Aber: Ist das so ein Problem?

Bei mir ist es so, dass ich zu Hause immer eine Küchenwaage benutze. Sieht eigentlich richtig schick aus, die kleine Waage in der Küche, oder? 😉

Das Teil steht meist schon irgendwo auf dem Arbeitsfeld rum, sodass ich nur einen Knopf drücken muss, um Lebensmittel abwiegen zu können.

abnehmen mit kalorienzählen diät gewichtsreduktionZeitansatz:

  • Knopf drücken: 1 sek.
  • Ablesen: 1 sek.
  • Notieren (auf Papier oder direkt in einer App) oder abfotografieren: 3 sek.

Gesamt: 5 sek.

Menschen finden täglich gute Gründe, um Stunden vor dem Fernseher zu verbringen. Wenn ich aber mit der Küchenwaage ankomme, dann sind Sekunden schon zu viel.

Andersrum, wenn es um das Backen von Kuchen geht. Dann wird plötzlich die analoge Küchenwaage aus der letzten Ecke des hintersten Wandschranks gezaubert und entstaubt, um den Zucker aber auf 1 g genau abzuwiegen.

Geht es um unser Geld, finden wir auch wieder ausreichend Zeit, dieses auf den Cent genau zu zählen. Zählt man allerdings Kalorien, so erntet man verständnislose Blicke.

Sind wir mal ehrlich zu uns selbst. Das Problem ist nicht das Abwiegen. Wir haben die Zeit.

Das Wiegen fühlt sich zu gekünstelt und übertrieben an – fast schon, wie eine Ess- oder Verhaltensstörung.

Den ganzen Tag auf das Smartphone schauen und Spiele spielen. Völlig normal. Aber wehe, es werden dort irgendwo Lebensmittel eingetragen.

Wenn ich beim Autofahren ständig auf den Tachometer schaue, dann ist das auch keine Verhaltensstörung, sondern eine Notwendigkeit. So sehe ich das mit dem Kalorienzählen.

Unsere Prioritäten sind es, die hier etwas durcheinander geraten sind.

5) Kein JoJo-Effekt

Du weißt sicher selber, dass oftmals nicht nur das Abnehmen selbst eine enorme Hürde darstellt, sondern auch das Halten des Gewichts im Anschluss.

Bei schlechten Ernährungsplänen und den meisten Diäten ist es so, dass ganz abrupt nach Beendigung der Diät wieder nach und nach alte Essgewohnheiten Einzug halten.

Da diese Konzepte meist auf einem extremen Kaloriendefizit und einer äußerst geringen Kohlenhydratzufuhr basieren, wird sich das Körpergewicht automatisch wieder erhöhen.

Man ist nach der Diät meist etwas hilflos unterwegs und versucht, langsam die Kalorienmenge wieder zu erhöhen. Nur ohne den notwendigen Überblick wird das zwangsläufig nach hinten losgehen.

Wenn du (mit Sinn und Verstand) Kalorien zählst, ist es anders. Im Optimalfall entscheidest du dich in diesem Zusammenhang schon gar nicht für einen Low-Carb oder sogar No-Carb Ansatz.

Du kannst also langsam deine Kalorien nach oben anpassen, ohne dabei direkt wieder Fett anzusetzen. Wie du das am besten machst, zeige ich dir u. a. in meinem Projekt. 🙂

Wohl oder übel müssen wir uns aber trotzdem damit auseinandersetzen, dass es einen bestimmten Kalorienbedarf gibt, den man auf Dauer nicht überschreiten sollte. So Sachen wie Salate und bestimmte Gemüsesorten können dabei aufgrund ihrer geringen Kaloriendichte auch in großen Mengen gegessen werden.

Auf der anderen Seite gibt es noch die Möglichkeit, den Output, also deinen Kalorienverbrauch zu erhöhen. Beispielsweise durch mehr Bewegung im Alltag.

6) Für jedermann umsetzbar

Für jedermann umsetzbar, der ein Smartphone besitzt. Einfacher geht es kaum!

Bedenke, dass vor einigen Jahren viele Menschen ihre Kalorien noch auf Papier gezählt und mit Taschenrechner zusammengezählt haben. Alle Kalorien, Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette entsprechend ihrer Kaloriendichte von Hand zu summieren ist keine so schöne Vorstellung.

Das wäre ein Aufwand, den auch ich vermutlich nicht auf Dauer aufbringen würde/könnte. Immer und überall Papier und Notizblock im Anschlag – nee, danke!

Mittlerweile hat sich das Kalorienzählen zu einem absoluten Luxusproblem entwickelt. Wenn man es richtig macht, geht es um weniger als 10 Minuten am Tag!

10 Minuten und man hat einen Komplettüberblick über seine Ernährung!

Auch wenn dieser Überblick nicht 100 % genau ist: Es ist eigentlich schon unverschämt, wie einfach es uns heute gemacht wird.

7) Verschätzen ist nicht schlimm

Ein weiteres sehr oft genommenes Argument gegen das Abnehmen mit Kalorienzählen. Man würde sich oftmals derart verschätzen, dass das Kalorienzählen nicht funktionieren würde. Das Essen wird also meist unter- statt überschätzt. Die Folge: Gewichtszunahme.

Ganz ehrlich? Es stimmt, dass man sich verschätzt.

Ich behaupte sogar, dass ich mich in mindestens 80 % der Fälle verschätze – wenn ich denn mal schätze.

Aber ist das wirklich ein Problem?

Ganz klar: Nein!

Wir werden uns zwangsläufig immer verschätzen. Selbst die Nährwertangaben auf Lebensmitteln sind manchmal nicht 100 % genau.

Die Illusion, dass es möglich sei, auf die Kalorie genau den Gesamtumsatz eines Tages zu treffen kann ich hiermit jedem nehmen. Mit jedem Schritt mehr oder weniger verbraucht der Körper mehr oder weniger Energie. Es ist gar nicht möglich, dies genau herauszufinden.

Es gibt durchaus Methoden, mit denen der Grundumsatz sehr genau bestimmt werden kann (Spirometrie), aber alles Weitere ist reine Spekulation.

Also auf 50 kcal genau zu rechnen macht nur wenig Sinn. Es stresst einen nur unnötig.

8) Kalorienbomben sind erlaubt

Auf einer Seite habe ich gelesen, dass man beim Abnehmen mit Kalorienzählen dazu neigt, sehr kalorienreiche Nahrungsmittel zu umgehen, die aber gesund sein könnten.

abnehmen mit kalorienzählen diät gewichtsreduktion

Ein Beispiel, das mir dazu direkt einfällt, sind jegliche Art von Nüssen oder auch gesunde Fette.

Wie man darauf kommt, ist mir schleierhaft. Aus meiner Erfahrung ist es genau umgekehrt.

Ich weiß genau, dass in meine Ernährung auch Nahrungsmittel Platz finden, die eine hohe Kaloriendichte haben. Theoretisch jeden Tag. Natürlich nur derart, als dass sie in meine Kalorienbilanz passen.

Unser Ziel ist es, gewisse Rahmen hinsichtlich der Makronährstoffaufteilung einzuhalten. Wie ich weiter oben beschrieben habe, bedeutet das, dass wir nicht damit anfangen, unseren Kalorienbedarf mit exorbitanten Mengen Fett zu decken.

Des Weiteren gilt es, den Vitamin-, Mineral- und Ballaststoffbedarf möglichst zu decken. Deshalb ist es ausdrücklich erlaubt, Lebensmittel zu konsumieren, die dies unterstützen. Und dazu zählen durchaus auch „Kalorienbomben“.

Richtiges Abnehmen mit Kalorienzählen bedeutet also, generell keine Lebensmittel auszuschließen – vor allem nicht solche, die einem Vitamine und weitere wichtige Nährstoffe liefern. 🙂

9) Kein Hungern

Wer das Kalorienzählen richtig umsetzt, weiß, dass das Hungergefühl durchaus gesteuert werden kann.

Dafür benötigen wir keinen Ernährungsplan oder eine bestimmte Diät, sondern nur unseren Verstand.

Das bedeutet, statt ausschließlich zu Kohlenhydraten aus Softdrinks (Zucker) zu greifen, sollten komplexe Kohlenhydrate bevorzugt werden. Diese sind ballaststoffreicher und werden vom Körper viel langsamer verarbeitet. Dies hat Auswirkungen auf den Blutzucker- und Insulinspiegel und das wiederum möglicherweise auf das Hungergefühl.

Das bedeutet nicht, dass man nur komplexe Kohlenhydrate, wie Haferflocken o. ä. essen darf. Sondern es geht um Optimierung.

Wer also durchgehend Hunger verspürt, müsste seine Ernährungsweise etwas genauer auf solche Aspekte hin überprüfen und ggf. anpassen.

Besonders in sehr kalorienreduzierten Bereichen haben wir nur eine gewisse Menge an Kalorien zur Verfügung, die sinnvoll eingeteilt werden sollte.

Wie oben unter der Überschrift „Flexibilität“ bereits angesprochen, sind wir mit Kalorienzählen so flexibel, dass wir unsere Nahrungsaufnahme auch nach unseren individuellen Vorlieben legen können.

Das soll heißen, dass jemand, der morgens gar keinen Appetit verspürt, auch nichts essen braucht. Meistens ist es ja so, dass zum Nachmittag oder Abend hin das Hungergefühl etwas mehr durchdringt.

Bei cleverem Kalorienzählen, respektive Kalorienmanagement richten wir uns also nach Befinden und Vorlieben.

Weitere simple Maßnahmen, um das Hungergefühl zu steuern, werde ich demnächst in einem separaten Artikel zusammenfassen. Es soll nur so viel gesagt sein, dass Hungern in einer gut durchdachten Gewichtsreduktion nichts zu suchen hat.

Anders wäre eine langfristige Umsetzung auch gar nicht möglich, wie sich ja in vielen Diäten widerspiegelt.

10) Wissensbildung

Zum Kalorienzählen gehört zwangsläufig auch, sich mit den Grundlagen der Ernährung zu befassen.

Also Themen wie Kalorienbilanz, Makronährstoffe, Vitamine, Wasserhaushalt usw. werden irgendwann Thema. Natürlich nicht im Detail, denn wir sind keine Biochemiker und wollen uns nicht den Spaß an der Sache nehmen lassen. Es geht wirklich um die Grundlagen – um nichts mehr.

Dieses Wissen ist Gold wert. Für uns selber und für Menschen, die uns nahe stehen (wenn wir beispielsweise für andere kochen).

Das Thema „Wissen“ wird oftmals viel zu sehr unterschätzt. Bei den meisten Ernährungsplänen lernen wir stattdessen das hier:

  1. Uns auf irgendwelche Pläne zu verlassen und
  2. nicht langfristig zu denken

Bei vielen Diäten ist es nicht anders. Auch da setzen wir Konzepte um, die häufig nur kurzfristig funktioniert.

Mit Kalorienzählen baut man sich Wissen, ergänzt um praktische Erfahrungen, auf, das einem das Leben erleichtern kann.

Für mich ein klarer Vorteil gegenüber sämtlichen Diäten und Ernährungsplänen! 😉

Zusammenfassung

Viele Menschen haben negative Erfahrungen mit dem Kalorienzählen gemacht und geben die Schuld dafür dem System Kalorienzählen. Das Abnehmen mit Kalorienzählen wird bei jeder Möglichkeit in ein schlechtes Licht gerückt. Und dort gehört es nicht hin!

Man kann aus dem Kalorienzählen eine Doktorarbeit machen und es umständlich und kompliziert darstellen. Wer allerdings verstanden hat, wie es korrekt umgesetzt wird, ist auf keine weiteren Diäten, Ernährungspläne oder sonstiges mehr angewiesen.

Deshalb ist es wichtig, sich einige Basics des Kalorienzählens anzueignen. Und nein, es sind keine 500 Regeln, die täglich zu befolgen sind. Es sind eine Hand voll!

Ein Wenig Vorarbeit kann einem sein ganzes Leben erleichtern. Das ist keine blöde Floskel von mir, sondern wirklich ernst gemeint.

Den Namen für diesen Blog „caloright“ habe ich bei der Namenssuche nicht umsonst gewählt. Im Grunde geht es immer darum, sich den Einfluss und die Zusammenhänge von Kalorien (und Makronährstoffen) vor Augen zu führen.

Ich bin pro Kalorienzählen – ob zum Abnehmen, Zunehmen oder Gewicht halten.

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem und weiteren Artikeln zu diesem Thema etwas die Bedenken nehmen kann. So soll es dir möglich sein, mit der Zeit das Kalorienzählen ganz einfach, ohne Stress und großen Aufwand, in dein Leben zu integrieren. 🙂

Wie du das genau machst, erkläre ich dir demnächst in etwas überschaubaren Blog-Beiträgen. 😉

Jetzt du! 🙂

Wahrscheinlich werde ich mir wieder einmal nicht viele Freunde mit diesem Artikel gemacht haben. Viele denken einfach viel zu negativ über diese Thematik. Aber was mich interessiert: Was ist deine Meinung dazu?

Wie stehst du zum Abnehmen mit Kalorienzählen? Hast du es mal ausprobiert? Hat es geklappt? Ist es gescheitert?

Oder hast du vielleicht durch das Kalorienzählen deine Ernährung erst richtig in den Griff bekommen? 😉

Über den Autor

Daniel Schröder ist 30 Jahre alt und der Gründer von caloright®. Er bloggt mit Leidenschaft über die Themen Ernährung, Abnehmen und Fitness. Daniel reizt es besonders, auch unkonventionelle Wege zu gehen und seinen Körper bewusst an Grenzen zu führen, um so die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche zu lenken. Mit seinem Abnehmblog möchte er Orientierungslosen, insbesondere nach gescheiterten Diäten, seinen Weg zeigen, um aus dem Ernährungs- und Diätlabyrinth hinaus zu finden. Er steht für eine langfristige und kontrollierte Gewichtsreduktion.

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(5) comments

Shan Foerschler 20. Oktober 2017

Sehr informativer Beitrag! Vielen Dank fürs teilen!

Reply
    Daniel Schröder 8. Januar 2018

    Hey Shan, gern geschehen 😉

    Liebe Grüße

    Daniel

    Reply
      Dani 20. Januar 2018

      Sehr schöner Artikel, habe selbst durch Kalorienzählen 12kg abgenommen.
      Trotzdem merke ich gerade, dass ich noch etwas zu verbissen beim zählen bin. Ich danke für den tollen Artikel und werde versuchen wieder etwas mehr Gelassenheit walten zu lassen!
      LG Dani

      Reply
        Daniel Schröder 21. Januar 2018

        Hallo Dani,

        vielen Dank für deinen Kommentar! 🙂

        Mit 12 kg hast du schon viel erreicht, was deine Gewichtsreduktion betrifft. Aber was du vermutlich auch erreicht hast, ist das Wissen, dass der Kalorienhaushalt enorm wichtig ist und am Ende über Erfolg und Misserfolg entscheidet (solange keine Krankheiten existieren). Du bist damit sicher auf einem guten Weg, auch wenn dir etwas Gelassenheit vielleicht nicht schaden könnte, wenn ich das aus deinem Kommentar richtig heraus lese. 😉

        Aber ich kann dich beruhigen. Je mehr du dich damit vertraut machst, umso flexibler weißt du es in Zukunft, einzusetzen. Bei mir war es anfangs auch so, dass ich alles auf 1 g genau abgewogen habe und immer überall gerade Zahlen haben wollte. Wehe ich habe irgendwo 49 g gelesen! 😉 Die Gelassenheit kommt mit der Zeit. Denk daran, dass du eh nicht auf 50 oder 100 kcal genau zählen kannst jeden Tag. Mit jedem Schritt mehr oder weniger verändert sich dein Kalorienverbrauch. Mit jedem Kalorien-Schätzen verschätzt man sich auch. Und das ist auch völlig okay. Aber das muss man erst verstehen.

        Ich wünsche dir viel Erfolg weiterhin und mit der Zeit immer mehr Gelassenheit! 🙂

        Liebe Grüße

        Daniel

        Reply
Jan Sandmann 15. Dezember 2018

Hallo Daniel, Deine Einstellung zum Kalorienzählen finde ich super. Weil ich die gleiche habe 😉 Ich zähle seit Jahren und habe mir dafür eine mobile Webseite gebaut. Falls Du Zeit hast, würde ich Dich bitten da mal ein Auge drauf zu werfen.
Es werden alle Kalorien geschätzt und auf ca. 50 oder auch weniger genau eingegeben. Dann wird die Gewichtsentwicklung täglich über 10 Tage rückwirkend verfolgt. Wenn in dem Zeitraum das Gewicht gleich blieb, dann messen wir den Kalorienverbrauch in der Höhe der eingegebenen Zirka-Kilokalorien (Kalomos). Bei Abnahme ist der Verbrauch eben höher. Das Defizit wird minutenaktuell angezeigt. Ebenso der Überschuss. Somit hat man immer eine Anzeige der Kalorienbilanz auf 10 Tage, welche auf dem individuellen Verbrauch beruht. Verschätzen spielt beim Kalorienzählen eine untergeordnete Rolle, da sich dadurch nur die Größe der individuellen Zirka-Kilokalorie ändert.
VG von Jan

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