Ergebnis der #50kgchallenge

By Daniel Schröder | Abnehmen

Mrz 31
50kgchallenge-abnehmchallenge

Nach etwas weniger als 5 Jahren habe ich am 29.12.2018 meine #50kgchallenge erfolgreich beenden können.

Nach über 1700 Gewichtsmessungen in diesem Zeitraum und einem Gewichtsunterschied von ca. 92 kg gibt es einiges zu erzählen.

In diesem Artikel werde ich das Projekt mit Beginn im Jahr 2013 bis zum Ende, im Jahr 2019, chronologisch und übersichtlich zusammenzufassen, sodass du als Leser hoffentlich einige hilfreiche Infos für deine Abnehmreise mitnehmen kannst.

Dabei möchte ich auf folgende Punkte eingehen:

1) Was ist die #50kgchallenge?

Für die, die auf meinem Blog neu sind, möchte ich die #50kgchallenge ganz kurz zusammenfassen, ohne die „alten“ Leser damit zu langweilen.

Die #50kgchallenge war in zwei Phasen aufgeteilt:

Die 1. Phase (Gewichtszunahme)

Die erste Phase bestand in der Gewichtszunahme von 50 kg, für die ich mir die Vorgabe gemacht habe, jeden Monat kontrolliert 1-2 kg an Körpergewicht zuzunehmen.

Nicht wesentlich weniger, damit die Gewichtszunahme nicht zu lange dauert und nicht mehr, damit die Belastung für meinen Körper möglichst überschaubar bleibt.

Ich kam so auf 36 Monate, was einer Gewichtszunahme von rund 1,4 kg pro Monat entspricht. Demnach habe ich drei Jahre zugenommen.

Die 2. Phase (Gewichtsreduktion)

Die zweite Phase bestand dann darin, einen Großteil der zuvor zugenommenen 50 kg wieder abzunehmen.

Aufgrund der Körperfettmessungen und der optischen Entwicklung war mir klar, dass ich nicht ganz 50 kg wieder abnehmen muss, um auf den Ausgangswert des Körperfettanteils (KfA) zu kommen.

Das liegt unter anderem daran, dass ich in den drei Jahren der Gewichtszunahme auch ungefähr 5-10 kg Muskulatur aufgebaut habe.

Wer das bis hier zum ersten Mal ließt, der wird vermutlich denken, ich hätte zu viel Langeweile gehabt. Dass es für mich aber einige wichtige Gründe für das Projekt gab, und was ich am Ende damit erreichen will, darauf komme ich im nächsten Punkt zu sprechen.

Der Grund für das Projekt

Der Initialzünder war der riesen Blödsinn, der damals (vor über 5 Jahren) noch im Internet zum Thema Abnehmen kursierte.

Dieser Blödsinn hat mich im Endeffekt selbst Jahre gekostet, bis ich auf einen grünen Ast gefunden habe. Und diese Jahre habe ich damit verbracht, alles Mögliche zum Thema Abnehmen und Ernährung zu lesen und unzählige Diäten auszuprobieren.

Heute kann man sagen, dass es im Internet wesentlich bessere Informationen und einen leichteren Zugang zu Informationen gibt. Das ist erst mal ein positiver Aspekt, dem allerdings der Nachteil entgegensteht, dass gerade diese Möglichkeit, viele Menschen unkompliziert erreichen zu können, auch dazu führt, dass noch mehr Blödsinn insbesondere beim Abnehmen im Internet verbreitet wird.

Heute ist nicht mehr die Frage, ob die notwendigen vertrauenswürdigen Informationen im Internet existieren, sondern heute ist die Herausforderung, herauszufinden, welchen Quellen man vertrauen kann.

Ergo stehen wir heute nicht besser da, als vor 5 Jahren, trotz besserer Informationen. Wir stehen heute nur anders da.

Jeder kann seine Informationen im Internet verbreiten, jeder kann sie lesen – und nicht anders mache ich es mit meinem Blog und meinem Projekt. Ich stelle allerdings meine Art und Weise des Ernährungsmanagements detailliert vor und untermauere diese mit Theorie- und Praxis.

Jeder hat den Zugang und kann im Anschluss selbst abwägen, ob man mir und meinen Tipps vertrauen möchte, oder ob hier alles Scam ist.

Beobachtungen

Nicht nur an mir selbst, sondern auch an anderen habe ich immer wieder beobachtet, wie Diäten angefangen, umgesetzt und auch beendet wurden.

Auch ich hatte vor diesem Projekt mehrere Jahre dieses Auf und Ab durch sämtliche Diäten hinter mir. Eines, was mich dabei nie losgelassen hat, war die Frage nach dem „Warum?“.

Warum gehen gefühlt 90 % der Diäten (inklusive meiner) in die Hose? Aber warum nimmt man trotzdem fast immer anfangs ab?

Ist es jetzt Low Carb, das zum Ziel führt, die Ketogene Diät, Intermittierendes Fasten, oder der Verzicht auf Kohlenhydrate am Abend?

Oder ist es einfach mehr Sport, oder ein anderer Sport? Was hat das alles mit dem Blutzucker- und Insulinspiegel auf sich, was haben Hormone wie Ghrelin, HGH, Cortsiol damit zu tun?

Das waren alles Fragen, die mich beschäftigt haben. Darauf wollte ich Antworten – und einige bekam ich mit der Zeit.

Das hat zwar mehrere Jahre Selbstversuche und Recherche gekostet, aber ich denke, dass ich heute einigermaßen weiß, wie das kontrollierte Abnehmen und Zunehmen funktioniert.

Leider anders, als die meisten Diäten auch heute noch aussehen.

Also wollte ich das, wovon ich überzeugt war, auf die Probe stellen. Und zwar, dass das Abnehmen auch wunderbar funktioniert, wenn man viele der Standard-Diätvorgaben nicht einhält.

Nicht, um einfach mal gegen den Strom zu schwimmen, sondern um zu zeigen, dass man sich viele dieser Vorgaben, die einen in der Diät nur einschränken, gar nicht umsetzen muss, wenn man es denn nicht möchte.

Jede Diät beginnt mit zahllosen Einschränkungen – aber wozu?

Deshalb frage ich dich an dieser Stelle: Was sind so die Tipps, die du bekommst, wenn du abnehmen möchtest?

Meistens sehen die ersten Tipps in etwa so aus, wie in der folgenden Liste. Da ich diese ganzen Tipps für nicht unbedingt notwendig halte, habe ich mich in meinem Projekt dafür entschieden, diese genau entgegengesetzt zu tun.

Abnehmtipps, wie man sie kennt

  • Du musst viel Sport machen, am besten Cardio

Also habe ich mich entschlossen, deutlich weniger Sport zu machen ( 1-3 Sporteinheiten pro Woche) und auf jegliche Form von Cardio in der Diät zu verzichten.

  • Du musst abends auf Kohlenhydrate verzichten

Also habe ich mich entschieden, meine Kohlenhydrate vor allem auch abends zu mir zu nehmen.

  • Du musst Abnehmshakes, Fatburner, etc. nehmen

Also habe ich mich entschieden, Abnehmshakes, Fatburner, Trainingsbooster und sonstige Nahrungsergänzungsmittel, die dem Abnehmen dienlich sind (sein sollen), zu streichen.

  • Du musst gesund essen (Clean Eating)

Also habe ich mich entschieden, nicht clean zu essen.

  • Du darfst kein Fast Food essen

Also habe ich mich entschieden, nicht auf Fast Food zu verzichten. Unter anderem waren es über 80 Pizzen und vieles mehr. Die Bilder dazu findet man auf Instagram.

  • Du musst Cheatdays machen, um den Stoffwechsel anzukurbeln

Also habe ich mich entschieden, keine Cheatdays zu machen.

  • Du musst alle 2-3 Stunden etwas essen

Also habe ich mich entschieden, in meiner Ernährung kein Mealtiming zu beachten. Die Uhr spielte also keine Rolle.

  • Du musst Kohlenhydrate und Fette trennen

Also habe ich mich entschieden, Kohlenhydrate und Fette nicht zu trennen.

  • Du musst auf bestimmte Lebensmittel verzichten (Süßigkeiten, etc.)

Also habe ich mich entschieden, alles zu essen und nichts auszuschließen.

  • Du darfst keinen Alkohol trinken

Also habe ich mich entschieden, weiterhin Alkohol zu trinken (auf Partys, etc.), wenn ich möchte, ohne es mir zu verbieten.

Sehe ich da nur Verbote?

Diese Liste lässt sich noch um weitere Punkte ergänzen, allerdings waren solche Art von Diätvorgaben der Punkt, an dem ich damals ausgestiegen bin.

Wieso höre und lese ich immer im Zusammenhang mit dem Abnehmen "Du musst ..." und nie etwas von "Du darfst auch ..." ?

Wer eine auf unzähligen Verboten ausgelegte Diät umsetzen möchte, kann das prinzipiell tun, für mich kam das allerdings nicht mehr in Frage, weil ich wusste, dass es anders geht.

Wer allerdings weiter einschränkende Diäten machen will, der sollte hier aufhören, weiterzulesen. Man könnte zu der Einsicht kommen, dass das verschwendete Zeit war. Aber keine Sorge, diese Einsicht habe ich auch über mich ergehen lassen.

Ich will gar nicht darauf hinaus, dass alle diese Punkte oben komplett sinnlos sind, denn einige davon haben ihre Daseinsberechtigung und können unterstützend wirken - später, als Ergänzung und Optimierung.

Aber für gewöhnlich fange ich vorne an und nicht hinten.

Das Problem ist nur, mit solchen Listen werden Diäten begonnen. Auf den Punkt gebracht: viele Diäten beginnen mit unzähligen Einschränkungen und Verboten.

Eine lange Checkliste, die dafür sorgt, dass mit jedem weiteren Punkt die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass die Diät in die Hose geht.

Man baut sich sinnbildlich vorne im direkten Blickfeld eine perfekte Welt mit Clean Eating und tollen Diätvorgaben und reißt mit dem Hintern alles wieder um, ohne es mitzubekommen.

Wenn man nach Monaten der Diät dann zurück schaut, womit man diese wertvolle Zeit verbracht hat, was man mit der gnadenlosen Disziplin tolles aufgebaut hat, dann erkennt man eigentlich nur einen riesen Scherbenhaufen.

Man ist ausgebrannt und hat keinen Bock mehr auf Diät.

Sind wir hier ehrlich, dann finden genau diese Dinge dort in der Liste der Verbote ihren Platz, die eigentlich erst richtig Spaß bereiten.

Wir reduzieren alles, was uns Spaß macht und als wäre das nicht genug, kommt es neben den Verboten auch noch zu Handlungsvorschriften, also notwendigen Auflagen.

Es ist weniger von dem erlaubt, was Spaß macht und man muss mehr von dem tun, was keinen Spaß macht.

Herzlich willkommen in der nächsten Diät – die auch scheitern wird.

Das Ganze ist in meinen Augen ein sehr ausgeklügeltes Konzept, um nachhaltig zu scheitern. Es wird allerdings täglich umgesetzt, weil es im ersten Moment plausibel klingt.

Kompromisse statt Verbote

Ich finde, es geht nicht um Verbote, es geht um Kompromisse.

Gesunde Ernährung hin oder her. Man sollte vorne anfangen und nicht mit der Tür ins Haus fallen.

Auch wenn ich für gesunde Ernährung bin, ist es für viele zu viel, direkt zu Beginn alles perfekt machen zu wollen.

Ich gehe hier einen anderen Weg. Erst das Wissen, dann die Planung, dann die Kontrolle, dann Ergebnisse, dann Motivation und am Ende die Optimierung.

Aber alle fangen hinten an, mit der Optimierung. Zu einer bestimmten Uhrzeit darf nur noch eine bestimmte Form von Kohlenhydraten auf den Teller und jedes Essen muss x Gramm an Ballaststoffen und Vitaminen haben. Der Blutzuckerspiegel darf aber auch gewisse Grenzen nicht überschreiten.

Sie optimieren am Ende aber nicht ihre Diät, sondern das Scheitern.

Wenn jemand in der Diät bei Mc Donald's essen möchte, dann kann man natürlich die Meinung vertreten, dass das nicht passieren darf, weil man erstens abnehmen will und zweitens weil es ungesund ist.

Aber was bringt uns das jetzt? Aus mehreren Jahren Erfahrung weiß ich: Es bringt nichts.

Die Gewichtsabnahme und Optimierung der Ernährung findet nicht per Knopfdruck statt, sondern ist ein Prozess, für den man sich auch gerne Zeit nehmen darf.

Auch hier sollte man Kompromisse finden.

Vorbildliches Verhalten?

Bevor ich anderen erkläre, wie sie abnehmen sollen, wollte ich mich von dem überzeugen, was ich selbst weiß/kann und für mich klären, ob das, was ich erzähle, auch bei einem gesunden Menschen zutrifft.

Wenn ich eine Idee habe, dann validiere ich diese an mir selbst. Ich weiß, dass es viele im Internet anders machen, sie verkaufen Ernährungsprogramme und Pläne ohne wesentlichen Mehrwert und experimentieren nicht an sich selbst, wie ich es tat, sondern direkt am Kunden. Das geht natürlich auch.

Wenn ich es selbst nicht geschafft hätte, die 50 kg zuzunehmen und zum gleichen Körperfettanteil wieder abzunehmen, dann wäre meine Aufgabe gewesen, herauszufinden, wieso dem so ist.

Ich sage nicht, dass jeder seine eigenen Prinzipien und Empfehlungen an sich selbst ausprobieren und dafür auch noch zunehmen muss (auch wenn sich dann viele „Experten“ selbst disqualifizieren würden).

Ich sage aber ganz deutlich, dass es nicht verkehrt sein kann, wenn man es tut.

Auch wenn ich damals wusste, dass es einiges an Gegenwind geben wird, so wusste ich, dass ich mit diesem Projekt auch Menschen motivieren kann, anders zu denken.

2) Vergleich der körperlichen Entwicklung (Bilder, etc.)

Kommen wir endlich zum eigentlichen Thema. Ich fange direkt an mit den Fakten zu Körpergewicht, Bauchumfang, Bildern und Diagrammen, damit im späteren Verlauf besser nachzuvollziehen ist, um was es genau geht.

Das Thema Kontrolle wird später noch aufgegriffen, aber hier ein paar wichtige Informationen zu den Bildern vorab:

Gewichtsverlauf

Meinen Gewichtsverlauf habe ich auf Tagesbasis mit Beginn im Februar 2014 aufgenommen, das heißt, es gab bis zum Ende des Projekts ca. 1700 Messungen.

Auf dem ersten Diagramm siehst du diese Messungen von der Zunahme und Abnahme zusammengefasst.

Darunter das Diagramm zeigt nur die Messungen während der Gewichtsreduktion mit einer Trendlinie.

Und das dritte Diagramm zeigt den Verlauf der Gewichtsreduktion anhand des Wochendurchschnitts.

Diagramm Zunahme + Abnahme (täglich)

50kgchallenge-zunahme-abnahme

Diagramm Abnahme (täglich und Trend)

abnahme-tagesverlauf-mit-trend

Diagramm Abnahme (Wochendurchschnitt)

abnahme-wochendurchschnitt

Fotos

Neben dem Körpergewicht war ein wichtiger Indikator für den Verlauf der körperlichen Entwicklung regelmäßige Bilder.

Um das Ergebnis insgesamt vorweg zu nehmen, auf dem folgenden Bild sieht du das Endresultat der #50kgchallenge.

50kgchallenge-vorher-nachher

Von der Gewichtszunahme habe ich nur in unsporadischen Abständen Bilder gemacht. Die Entwicklung der Zunahme anhand von Bildern siehst du auf dem nächsten Bild.

Danach folgt der Verlauf der Abnahme in Bildern, die ich konsequent alle zwei Wochen angefertigt habe.

Darunter noch ein kurzer Vergleich vom Beginn der Abnahme gegenüber dem Ende der Abnahme.

Bilder Gewichtszunahme

Bilder Gewichtsabnahme

50kgchallenge-vorher
50kgchallenge-nachher

Ergebnis der Abnahme

50kgchallenge-vorher
50kgchallenge-nachher

3) So verlief die Gewichtszunahme

Wenn ich auf die Gewichtszunahme von 50 kg angesprochen werde, dann höre ich manchmal so etwas wie „Da konntest du ja essen, was du willst, das muss eine traumhafte Zeit gewesen sein“.

Natürlich war das nicht so, denn auch die Zunahme war, wie anfangs erwähnt, mit 1-2 kg pro Monat genau geplant. Das heißt, die Kalorienbilanz hatte ich auch zu der Zeit permanent im Blick, genauso wie das tägliche Gewicht, sowie die Kraftwerte beim Sport. Planloses Vollstopfen hätte nur Chaos verursacht.

Ich wollte auch hier nichts dem Zufall überlassen, deshalb muss ich sagen, dass die Zunahme nicht nur körperlich schwierig war, sondern erst recht mental.

Der Grund dafür ist, dass das Ziel zu diesem Zeitpunkt darin bestand, Adipositas Grad 2 oder höher zu erreichen. Das ist kein Ziel, auf das man gerne hinarbeitet, das Euphorie erzeugt, geschweige denn motiviert.

Für die Gewichtszunahme habe ich mir offengehalten, das Projekt jederzeit beenden zu können. Das war deshalb wichtig, weil es mir enorm den Druck genommen hat, das Ziel unbedingt erreichen zu müssen.

Ich war mir zwar ziemlich sicher, wie ich das Ziel erreichen kann, allerdings kann auch nicht vorhersehen, ob irgendwelche Situationen dazwischen kommen, die mich zum Abbruch zwingen.

Beendet hätte ich die Zunahme beispielsweise, wenn es mir gesundheitlich deutlich schlechter ergangen wäre (anhand von Bluttests, Kondition, Kraftwerten, mental), ich meine Vorgaben nicht einhalte (1-2 kg) oder etwas Unerwartetes dazwischen kommt.

Ich wusste, dass es unrealistisch ist, davon auszugehen, dass alles nach Plan läuft.

Man muss sich Puffer einbauen, immer im Leben. Dass diese Denkweise sehr hilfreich war, erläutere ich weiter unten im Bereich der Gewichtsabnahme, wo solche Puffer sehr hilfreich wurden.

Des Weiteren habe ich mein Ziel der 50 kg unterteilt in Zwischenziele. Das Thema erreichbare, messbare Zwischenziele (Meilensteine) zu setzen ist nicht nur langweilige Theorie aus dem Projektmanagement, sondern auf meinem Blog und für mich persönlich absolut essentiell.

So habe ich erst mal das Ziel von 15 kg anvisiert. Eine Zahl, die schon viel erreichbarer klingt. Weiter dachte ich an diesem Punkt nicht, als daran, dass diese Zahl in ca. einem Jahr erreicht werden muss, um im Zeitplan zu bleiben.

Sollte es mir bereits mit 15 kg mehr nicht mehr gut gehen, könnte ich da abbrechen und niemand hätte je von meiner #50kgchallenge erfahren. Vielleicht würde es nicht einmal diesen Blog geben.

An dieser Stelle sei so viel gesagt: die Gewichtszunahme lief wie geplant, mit kleinen Rückschlägen und Hürden, die aber gemeistert werden konnten. Die drei Jahre vergingen irgendwie - einiges aus der Zeit habe ich aber sicher auch verdrängt.

4) Ernährung während der Gewichtszunahme

Ich konnte natürlich nicht einfach planlos anfangen zu essen und hoffen, dass in 36 Monaten 50 kg mehr auf der Waage stehen.

Das wäre so, wie einfach mal eine Diät zu beginnen und zu hoffen, dass in 6 Monaten 20 kg weniger auf der Waage stehen.

So laufen zwar viele Diäten ab, aber mit einem Plan hat das nichts zu tun.

Zuerst musste ich Ausgangslage und Ziel genau definieren, um dann von hinten zurückzurechnen, bzw. die Gesamtzunahme auf einzelne Monate, dann auf Wochen und Tage zurückzurechnen.

Dadurch wusste ich in etwa, wie viel Gewicht ich pro Tag zunehmen musste, um mit Puffern das Ziel zu erreichen.

Danach musste ich mir Gedanken machen, wie hoch der Kalorienüberschuss ungefähr sein muss, um dieses Gewicht am Tag oder auf die Woche zuzunehmen. Grundlage dieser Berechnung war der grobe Anhaltspunkt, dass ca. 7.000 kcal einem Kilogramm Körperfett entspricht.

Wie man hier herausließt, war (und ist) die Kalorienbilanz ein wesentlicher Faktor für mich im Gewichtsmanagement.

Um flexibel mit der Kalorienmenge haushalten zu können, rechnete ich dann vom Tag auf die Woche. Ich musste also nicht täglich das Tagesziel erreichen, sondern nur wöchentlich das Wochenziel.

Die rund 1,5 kg Gewichtzunahme pro Monat entsprachen ganz grob 10.500 kcal Überschuss im Monat, also grob 2.500 kcal zusätzlich pro Woche.

Ich habe darauf geachtet, die Makronährstoffe möglichst so aufzuteilen, dass ich mich mit mittelmäßig Fett, vielen Kohlenhydraten und viel Eiweiß ernähre.

Mit diesen Zahlen bin ich ungefähr gestartet. Die Werte mussten kontinuierlich angepasst werden, was eine genaue Gewichtskontrolle voraussetzt, weshalb ich mich auch während der Zunahme jeden Tag gewogen habe.

Mit den täglichen Gewichtsdaten konnte ich dann das Wochen-Durchschnittsgewicht errechnen und ungefähr sehen, ob ich mein Ziel damit erreiche.

Sollte ich zu viel zugenommen haben, so habe ich die Kalorienmenge minimal reduziert, sollte sich das Gewicht nicht weiter erhöht haben (bspw. aufgrund des steigenden Gesamtumsatzes), dann habe ich die Kalorienmenge leicht erhöht.

5) Kontrolle und Anpassung

Für mich war die Kontrolle mindestens genauso wichtig, wie die Ernährung und die vorherige Planung. Diese drei Aspekte bilden für mich die wesentliche Basis, ohne einen dieser Aspekte würde ich mein Ziel, sei es beim Zunehmen, als auch beim Abnehmen, nicht möglich.

Ich kann nur noch mal betonen, wie wichtig die Planung und Kontrolle ist, denn in 90 % der Diäten finden diese beiden Aspekte gar keinen Platz.

Kaum einer plant seine Diät wirklich durch, mit Zahlen und Zeiträumen und kontrolliert das Vorankommen genau.

Wenn man mal auf die Waage steigt, dann viel zu selten, außerdem stimmt oft auch die Interpretation des Gewichts nicht.

Es ist ganz nachvollziehbar, warum es einige vermeintliche Diätexperten gibt, die der Meinung sind, eine Waage ist völlig nutzlos, denn das ist genau das, was die Klienten hören wollen. Außerdem bietet sich die Waage auch wunderbar als Sündenbock an.

Wenn ich sage, die Waage ist insbesondere am Anfang der Diät sehr nützlich, dann mache ich mich unbeliebt. Und niemand will sich mit der Waage beschäftigen, stattdessen wird die Angst vor der Waage immer weiter geschürt.

Es bringt aus meiner Sicht nichts, vor der Waage zu flüchten, sondern vielmehr sollte man sich fragen, warum man so ein schlechtes Gefühl dabei hat, die Waage zu benutzen.

Denn wenn mit dem Wiegen ein Vorteil verbunden wäre, beispielsweise man würde mit jedem Wiegen einfach so 10 g abnehmen, dann würde jeder zur Waage rennen.

Ein Grund, warum man ungern auf die Waage steigt ist also darauf zurückzuführen, dass man einen Vorteil nicht erkennt, sondern die Waage mit einem Nachteil verbindet, nämlich einer möglichen Gewichtszunahme.

Diese Angst ist wieder darauf zurückzuführen, dass offensichtlich nicht klar ist, was diese Zahlen auf der Waage zu bedeuten haben, wie Gewichtsschwankungen entstehen, und wie man die Waage als Hilfsmittel einsetzt.

Das Problem ist also nie die Waage, sondern das Problem steht auf der Waage. Die Waage zeigt es einem nur an - und das ist sehr unbequem.

Es hat noch nie geholfen, die Augen vor der Realität zu verschließen und zu glauben, dass diese Gewichtsschwankungen nicht existieren, nur weil man sich nicht wiegt.

Das wäre so, als würde ich bei finanziellen Problemen nicht mehr auf das Girokonto schauen, weil ich die Umsätze und roten Zahlen nicht verstehe. Gerade dann muss ich mich mit diesen Zahlen auseinandersetzen.

Kontrollieren und anpassen kann man natürlich nur, wenn es sinnvolle Ist-Werte gibt, die mit vorher definierten Soll-Werten verglichen werden können.

Das bedeutet, mindestens genauso wichtig und zeitlich als aller erstes steht die Planung und Zieldefinition, evtl. Visualisierung. Damit ich hier nicht zu weit vom eigentlichen Thema abkomme, verweise ich auf den folgenden Artikel, der die Planung etwas genauer beleuchtet: Kalorienbedarf ermitteln und anpassen

6) Wechsel von Zunahme zu Abnahme

Die erste Phase in der Gewichtsreduktion gestaltet sich immer am schwierigsten. Erfahrungsgemäß scheitern die meisten genau in dieser Zeit, oft deshalb, weil die Kontrolle nicht richtig gemacht wird oder schlicht gar nicht existiert.

Wie man unterhalb auf dem Teilausschnitt des Gewichtsverlaufs zu Beginn der Gewichtsreduktion sieht, war der erste Monat (Teil zwischen A und B) eher davon geprägt, das richtige Kalorienziel zu finden.

50kgchallenge

Bei A)
kam es durch das ungewohnte Kaloriendefizit innerhalb weniger Tage zu einem rapiden Gewichtsverlust, der allerdings nicht viel mit Fettverlust zu tun hat.

Oft ist es so, dass in der ersten Zeit der Diät Gewicht abgenommen wird, was jedoch eher auf Glykogenspeicher, Wasserhaushalt, Magen- und Darminhalt, etc. zurückzuführen ist.

Welche Faktoren es gibt, die das Körpergewicht beeinflussen, kannst du auch in diesem Artikel nachlesen: Gewichtszunahme trotz Diät

In dieser anfänglichen Zeit der Gewichtsreduktion denken dann viele, die Diät scheint zu funktionieren.

Bei B)
ist ungefähr ein Monat vergangen und man sieht wieder einen leichten Aufwärtstrend im Gewicht. Gleichbleibendes oder auch leicht steigendes Gewicht nach dem anfänglichen Dump ist auch völlig normal, wenn man eine Diät kontrolliert beginnt.

Der erste Monat war also davon geprägt, das richtige Kalorienziel zu finden. Auch wenn es unzählige Kalorienrechner gibt, kann keiner den Kalorienbedarf genau berechnen. Sie liefern nur Anhaltspunkte, von denen ausgehend man sich an sein Ziel langsam herantasten sollte.

In dieser Phase der Stagnation ist für viele dann auch schon wieder Ende der Diät, weil man meint, der Stoffwechsel wäre eingeschlafen, oder die Diät funktioniert einfach nicht.

Mein Ziel war es nicht, einfach ein x-beliebiges Kaloriendefizit zu erzeugen, sondern langsam die Schwelle zu finden, an der ich erst mein Gewicht halte und davon ausgehend das Defizit bestimme, um langsam die Abnahme einzuleiten.

Sonst hätte ich auch einfach pauschal 500 kcal am Tag essen können (wie es viele in ihren Crashdiäten machen), womit ich mir allerdings jeglichen Spielraum für weitere Anpassungen in der Zukunft genommen hätte.

Außerdem wäre mit 500 kcal am Tag vermutlich nach 1-2 Monaten die Luft raus gewesen und ich hätte mich in einem JoJo-Effekt wiedergefunden.

Wie man auf dem Diagramm oben erkennt, gab es bei B), also ungefähr einen Monat nach Beginn, einen Tag, an dem ich fast so viel gewogen habe, wie zu Beginn.

Wer also den Fehler macht, sich nur einmal pro Woche oder noch seltener zu wiegen (insbesondere am Anfang der Diät, keiner muss das sein Leben lang tun), dem wären alle Zwischenmessungen gar nicht bekannt gewesen.

Man wäre dann davon ausgegangen, dass man nicht abgenommen hat, obwohl der Trend abwärtsgerichtet ist. Nur ohne ausreichende Messungen gibts auch keinen Trend.

Der Anfang läuft immer etwas holprig. Wer meint, mit seltenem Wiegen oder gar keinem Wiegen hier der Sache zu entgehen, verschließt die Augen vor der Realität, macht es sich selbst nur schwieriger, Anpassungen vorzunehmen und verlässt sich auf Scheingenauigkeiten.

Wer schon zu Beginn nicht bereit ist, 6 Sekunden am Morgen aufzuwenden (was 30x weniger Aufwand entspricht, als das dreiminütige Zähneputzen), um die Körperwaage aufzusuchen, mit der schwachen Ausrede, dass die eh nur lügt, dem ist nicht zu helfen.

Auch zählt das Argument nicht, dass die Waage Stress erzeugt. Der Stress existiert tatsächlich - ist aber hausgemacht. Wer das Gewicht versteht, der hat auf der Waage garantiert keinen Stress.

Bei wem allerdings der zeitliche Aspekt (nochmal: 6 Sekunden) im Vordergrund steht, um die Waage zu meiden, in Zeiten wo stundenlang in die Glotze oder das Smartphone geschaut wird, der sollte vielleicht den Gedanken an eine Diät erst mal zur Seite legen und für sich grundlegende Mindset-Fragen klären.

7) So habe ich abgenommen

Ganz egal, ob ich zunehme, abnehme oder mein Gewicht halte, meine Ernährung ist im Kern angelehnt an die Maslowsche Bedürfnispyramide.

Dieses Konzept stammt eigentlich aus der Sozialpsychologie und besagt übertragen auf die Ernährung folgendes:

Den Grundstein und damit den größten Einfluss auf die Ernährung bildet die unterste Ebene dieser Pyramide, darauf aufbauend ergeben sich weitere Schichten nach oben, die immer schmaler werden und an ihrer Priorität abnehmen.

Mit Anlehnung an dieses Schema hilft es auch visuell zu erkennen, dass die Ernährung (aus meiner Sicht) nicht einfach auf einem Ernährungsplan oder dem Verzicht auf Fast Food basiert, sondern dass das Thema multidimensional ist und diverse Faktoren eine Rolle spielen, die in Kombination erst effektiv und effizient wirken.

Die Maslowsche Bedürfnispyramide im Zusammenhang mit der Ernährung stieß in der Vergangenheit für mich immer mehr an ihre Grenzen, sodass ich diese irgendwann auf meine Art des Ernährungsmanagements angepasst habe, wie du unten siehst.

Da ich keinen besseren Namen dafür habe, nenne ich sie einfach sehr kreativ die caloright-Pyramide. 😉

50kgchallenge-caloright-pyramide

Was im Detail hinter dieser Pyramide steckt, werde ich in einem separaten Blogartikel genau ausführen, sodass es jeder für sich adaptieren kann.

An dieser Stelle möchte ich aus Platzgründen nur die unteren Ebenen, also die für die Ernährung (insbesondere Gewichtsreduktion) wichtigsten Bestandteile erläutern.

Baustein: KALORIENBILANZ

Der Grundstein der Pyramide und damit meiner Ernährung bildet u.a. die Kalorienbilanz.

Die einen können diesen Begriff schon nicht mehr lesen und die anderen haben noch nie etwas davon gehört. Das sind die zwei Welten, die man auf dieser Ebene irgendwie versuchen muss, zusammenzuführen.

Egal, welche Diät man macht, sei es Intermittierendes Fasten, FdH, Punkte zählen oder Kalorien zählen, so ist diese immer darauf ausgelegt, ein Kaloriendefizit zu erreichen.

Das ist zwar noch nicht alles, aber das soll verdeutlichen, dass eine Körperfettreduktion bei gesunden Menschen nicht funktioniert, wenn man mehr Kalorien zu sich nimmt, als der Körper verbraucht.

Zum Thema Kalorienmanagement habe ich schon mal einen Artikel geschrieben, der das Thema der Kalorienbilanz, Grundumsatz, Leistungsumsatz, Gesamtumsatz, Kaloriendefizit etc. durchleuchtet. Wenn dich dieses Thema interessiert, dann schau dir folgenden Artikel unbedingt auch mal an: Kalorienbedarf ermitteln und anpassen

Baustein: MAKRONÄHRSTOFFE

Der zweite Baustein auf unterster Ebene, also gleichwertig wie die Kalorienbilanz ist die Makronährstoffaufteilung, also die Aufteilung von Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett.

Auch dieses Thema habe ich ausführlich in dem oben genannten Artikel aufgearbeitet, deshalb sei an dieser Stelle nur folgendes gesagt:

Die zuvor genannte Kalorienbilanz wird hauptsächlich entscheiden, ob man zunimmt oder abnimmt. Die Makronährstoffaufteilung ergänzt hier um die Frage, was man zunimmt oder abnimmt.

Ich kann immer wieder nur betonen, dass es keinen Sinn ergibt, sich über eine Gewichtsreduktion zu freuen, die nur auf Muskelverlust zurückzuführen ist.

Wenn es nur um das Gewicht ginge, hätte ich nicht 42 kg, sondern in der gleichen Zeit über 55 kg abnehmen können.

Aber für mich steht der Muskelerhalt in der Gewichtsreduktion an erster Stelle – und dort sollte er auch für dich stehen. Deshalb ist es wichtig, im Bereich der Makronährstoffe ein besonderes Augenmerk auf Eiweiß zu legen.

Des Weiteren ist hier zu beachten, dass Fett ungefähr doppelt so viele Kalorien (9,3 kcal pro g) beinhaltet, wie Kohlenhydrate (4,1 kcal pro g) oder Eiweiß (4,1 kcal pro g).

Außerdem ist für diesen Baustein wichtig zu wissen, welchen unterschiedlichen thermischen Effekt bestimmte Makronährstoffe haben. Bei Eiweiß ist dieser deutlich höher, als bei Kohlenhydraten und Fett, was bedeutet, dass allein durch die Verdauung von Eiweiß ein zusätzlicher Kalorienverbrauch stattfindet.

Nicht zuletzt spielen hier auch die Magenverweildauer und der Sättigungseffekt eine weitere wichtige Rolle.

Baustein: SPORT

Dieser Baustein steht nicht nur für Sport, sondern generell für Bewegung.

Vielen Leuten, die ganz am Anfang stehen, empfehle ich erst mal, überhaupt vor die Türe zu gehen.

Das mag einfach klingen, ist aber oft schon die erste Herausforderung. Da brauche ich gar nicht mit 6 Sporteinheiten morgens auf nüchternen Magen anzukommen, wenn die Grundlagen schon nicht stimmen.

Natürlich nimmt man mit 6 Sporteinheiten pro Woche besser ab, als ohne Sport, dafür muss man kein Hellseher sein.

Es geht darum, situationsgerecht zu schauen, welche Art von Bewegung, wie oft und wie lange, individuell am sinnvollsten ist.

Im ersten Schritt geht es also um Bewegung. Und um dahin zu kommen, ist die Zieldefinition sehr wichtig, die dann auch zu Motivation führt.

Ohne ein Motiv, ohne einen Grund (für sich selbst) wird keiner seinen Hintern von der Coach bewegen und draußen Schritte sammeln gehen.

Von daher ist die Zieldefinition (S.M.A.R.T.) sehr wichtig, die in der caloright-Pyramide noch weiter unten als Grundstein platziert werden müsste.

Im zweiten Schritt geht es in diesem Baustein darum, den Muskelerhalt, bzw. Muskelaufbau zu fokussieren. Weshalb Muskulatur für das Abnehmen wichtig ist, werde ich in dem ausführlichen Artikel zur caloright-Pyramide noch mal aufgreifen.

Für mich in meiner Gewichtsreduktion war das Motiv klar, meine Ziele waren definiert und ich war selbst motiviert. Für mich war es nicht die Frage, ob ich draußen spazieren gehe, sondern in welcher Art und Weise ich den Muskelschutz maximal fördere.

Es waren also mehr die Fragen nach Trainingsfrequenz, Volumen, Intensität, Wiederholungsanzahl, Pausen, Übungen.

Hier musste ich deutlich optimieren, da ich in der Diät vollkommen auf Cardio verzichtet habe und darüber hinaus nur unregelmäßig zwischen 1-3 Sporteinheiten pro Woche absolvieren konnte. Die beste Lösung für mich war dementsprechend ein Ganzkörpertraining.

Baustein: PARETO-PRINZIP

Das Pareto-Prinzip ist für mich nicht mehr wegzudenken. Im Studium, beim Sport, beim Abnehmen, eigentlich in jeder Lebenslage greift irgendwo dieses Konzept. Das ist auch der Grund, weshalb in der Pyramide dieser Baustein vertikal in allen Schichten präsent ist.

Dieses Prinzip stammt aus den Wirtschaftswissenschaften und besagt, dass man mit 20 % Aufwand 80 % des Ergebnisses erzielt. Um die restlichen 20 % des Ergebnisses zu erzielen, wäre ein weiterer Aufwand von 80 % notwendig.

Das soll verdeutlichen, dass es einige wenige Merkmale gibt, die wirklich Erfolgsentscheident sind. Es geht eher um das Optimum, als um Perfektionismus.

Anwendung findet dieses Konzept für mich beispielsweise beim Kalorienzählen, indem ich Lebensmittel schätze und runde. Auch, wenn ich dabei täglich um 100 kcal oder mehr von der Realität abweiche.

Der Aufwand, alles möglichst genau zu machen, rechtfertigt nicht den zusätzlichen Nutzen.

Für mich steht also immer die Frage im Vordergrund, auf welche 20 % ich mich konzentrieren sollte, um 80 % des Ergebnisses zu erreichen.

Dass ich dabei nie 100 % erreiche ist zum einen nicht mein Anspruch und zum anderen nicht möglich.

8) Wurde die Abnahme am Ende schwieriger, als gedacht?

Die Gewichtsabnahme wurde schwieriger, aber nicht schwieriger, als gedacht. 

Es gibt einen Punkt während der Gewichtsreduktion, an dem wird es tatsächlich etwas schwieriger, und zwar dann, wenn man einen KfA im Bereich des Normalgewichts erreicht hat.

Wer mein Projekt von Beginn an kennt, der weiß, dass ich für mein großes Ziel auch Zwischenziele definiert habe. Eines dieser Zwischenziele war der Bereich des Normalgewichts (nach BMI), was auch grob einem KfA im Normalbereich (15 % bei Männern) entspricht.

Man kann sich das sinnbildlich so vorstellen, als wäre die Abnahme bis zum Normalgewicht für den Körper einfach nur wenig bedrohlich und okay. Erst wenn das Normalgewicht erreicht ist, sieht der Körper eine weitere Abnahme eher als Gefahr, dass die „letzten“ Reserven angegriffen werden.

An diesem Punkt macht es für den Körper auch mehr Sinn, Muskulatur abzubauen, weil diese als Luxusgut permanent Energie benötigt, im Gegensatz zum Fettgewebe. Man stößt also auf zwei verschiedene Arten von Herausforderungen.

Die schlechte Nachricht ist, dass man ab Erreichen dieser Ebene ggf. etwas umplanen muss. Die positive Nachricht ist, man braucht an dieser Stelle gar nicht weiter abnehmen, weil das gesunde Gewicht, also das Normalgewicht, ja bereits erreicht wurde.

Ich wollte weiter abnehmen, bis man die Bauchmuskulatur besser sieht und trotz Umplanung natürlich an meinen Diätvorgaben festhalten, die ich zu Anfang erwähnt habe. Also weiter ohne Cardio und nicht mehr Sport oder Bewegung.

Da ich auch keinen aktiven Alltag habe (mehr dazu weiter unten), hatte ich nicht die besten Voraussetzungen für die Umplanung.

Auch wenn es schwieriger wurde, war ich vorbereitet. Nichts kommt so unmotivierend, wie ungeplante Situationen, die einen zurückwerfen.

Hier wird wieder die Notwendigkeit einer guten Planung ersichtlich. Denn zu all den genannten Aspekten kam noch der Zeitdruck dazu, da ich in 2018 das Projekt beenden wollte.

An dieser Stelle kann ich nur empfehlen, nach einer langen und umfangreichen Gewichtsreduktion nicht weiter unter das Normalgewicht abzunehmen, sondern erst eine Erhaltungsphase mit ausgeglichener oder leicht positiver Kalorienbilanz einzubauen.

Und erst dann weiterführen, falls man es aus irgendwelchen Gründen unbedingt noch will. Die meisten sind aber mit einem Normalgewicht laut BMI schon im Bereich des Wohlfühlgewichts und eigentlich am Ziel angekommen.

Um genau zu sein, ist man am ersten Ziel angekommen, denn das zweite Ziel sollte ja sein, das Gewicht dauerhaft zu halten.

9) Welche Hürden gab es?

Diesen Teil hätte ich beinahe wieder gestrichen, weil der Artikel schon wieder viel länger ist, als er sein soll.

Allerdings geht es mir hier nicht darum, nur zu zeigen dass das ganze Projekt perfekt wie ein leuchtender Stern am Himmel aufflackert, sondern dass es auch negative Seiten gab.

Ich bin mir sicher, dass sich einige die Frage stellen werden, ob das jetzt alles perfekt nach Plan lief - ohne Probleme und Fehler. Die Antwort ist ganz klar: Nein.

Natürlich lief nicht alles nach Plan, aber auch das wusste ich vorher. Wie naiv wäre es, zu denken, man könnte im Leben auf alle Situationen gefasst sein und alles auf Tagesbasis einplanen.

Das Schöne ist, es Artikel auf meinem Blog gibt zu Beginn der Challenge, wo ich aus der anfänglichen Perspektive schreibe und mir bereits bewusst bin, dass in der Challenge einiges passieren kann, das mich zurückwerfen oder sogar zum Abbruch zwingen wird.

Dieser Teil soll vor allem diejenigen motivieren, die aus Angst vor Fehltritten erst gar nicht ins Handeln kommen oder wegen unerwarteten Schicksalsschlägen aus dem Konzept gekommen sind und deshalb nicht mehr weiterkommen.

Rückschläge

Ich werde nur von zwei gesundheitlichen und humanen Dämpfern erzählen, weil mir andere Rückschläge doch etwas zu privat sind. Ich hoffe, man hat dafür Verständnis.

Der erste Rückschlag war eine Bandscheibenvorwölbung. Man weiß bis heute nicht, was der Auslöser war, aber es hat mich über mehrere Wochen begleitet. Wer eine Bandscheibenvorwölbung oder einen Bandscheibenvorfall mal hatte, der weiß, wovon ich rede.

Ohne hier weiter mit Fakten zu langweilen, aber das war nicht unbedingt förderlich für die Gewichtsreduktion.

Heute ist alles wieder gut. Man hat mit Schmerztherapie, Physiotherapie, Manueller Therapie, TENS, Dehnen und Stärken der Rumpfmuskulatur alles in den Griff bekommen. An einer OP bin ich also glücklicherweise umher gekommen.

Der nächste und Rückschlag auf den ich noch kurz eingehen möchte, war natürlich kurz vor Ende des Projekts, also im letzten Monat (Dezember 2018), wie solls auch anders sein.

Das "beruhigende" an diesem Rückschlag war, dass ich mich zu einem der wöchentlich über 2.600 operierten zählen durfte, ich war also nicht alleine mit meinem Leid.

Bei der Anzahl dürfte jeder wahrscheinlich schnell darauf kommen, dass es sich um eine Blinddarmentzündung handelte.

Problem war nur, dass ich keine drei Wochen Zeit mehr hatte, mein Gewichtsziel zu erreichen und deshalb war es für mich doppelt unpassend. Außerdem verlief deshalb noch eine Klausur nicht wie geplant.

Zurückgeworfen hat es mich vielleicht um ein bis zwei Wochen, trotzdem bin ich froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Vorteil durch Alltag?!

Vielleicht denkst du, ich hatte sonst, neben diesen wenigen Rückschlägen eine sehr gute Ausgangslage und viel Bewegung im Alltag, die mir in die Karten gespielt hat.

Deshalb möchte ich noch kurz die Realität meines Tagesablaufs erläutern. Nicht, um zu jammern, sondern um zu verdeutlichen, dass ich einen ganz normalen Job und langweiligen Tagesablauf habe.

Mein Alltag sieht so aus, dass ich eine Stunde am Tag zur Arbeit und eine Stunde zurück pendle, also nur sitze.

Beruflich habe ich eine sitzende Tätigkeit (ich bin IT-Systemadministrator) von ungefähr 9 Stunden.

Nachdem ich nach einer Stunde Fahrt abends wieder zu Hause angekommen bin, setze ich mich wieder vor den Schreibtisch und lerne für mein berufsbegleitendes Studium 1-3 Stunden – wieder sitzend.

Danach ist nicht mehr viel Zeit und es geht ins Bett und da liege ich, wie jeder andere hoffentlich auch.

Böse Zungen behaupten, dass die ständige Sitzerei ein Grund für die Bandscheibenvorwölbung gewesen sein könnte.

Ich bin also ein ganz normaler Typ, der den ganzen Tag rumsitzt, der für sein Projekt nicht absichtlich sieben Tage die Woche Sport gemacht hat, um schneller abzunehmen.

Denn hier geht’s um die Realität und nicht darum, zu zeigen, wie man möglichst schnell, möglichst viel abnimmt und danach wieder möglichst schnell im JoJo-Effekt landet – das machen nämlich bereits andere schon sehr gut vor.

10) Würde ich die #50kgchallenge noch einmal machen?

Eine sehr unangenehme Frage, denn würde ich diese mit „Nein“ beantworten, würde das eigentlich bedeuten, dass das Projekt seinen Zweck nicht erfüllt und mir nur unnötig geschadet hat.

Die Frage wurde mir öfters gestellt und deshalb will ich sie trotzdem beantworten.

Ich finde, man muss nur vorab klären, was hier unter „noch einmal“ zu verstehen ist.

Die eine Interpretation wäre die Frage, ob ich das Projekt heute (nach dem Projekt) noch einmal machen würde und die andere Interpretation wäre, ob ich das Projekt mit dem heutigen Wissen, aber zeitlich vor dem Projekt noch einmal machen würde.

Zu der ersten Frage: Ein ganz klares Nein. Jetzt, nach der #50kgchallenge noch einmal ein solches oder ähnliches Projekt, kommt nicht in Frage.

Wer mich länger kennt, der weiß, dass ich eigentlich noch ganz andere Projekte geplant hatte, aber umsetzen werde ich davon (vorerst) keines. Der Grund ist, dass meiner Meinung nach zu wenige davon profitieren, im Verhältnis zu Aufwand/Risiko auf meiner Seite.

Wenn ich genau wüsste, ich könnte mit einem ähnlichen Projekt 10.000 Menschen auf Anhieb beim Abnehmen helfen, dann wäre das eine andere Relation. Mein Einfluss wäre viel größer und positiver. Ich würde das Risiko eher in Kauf nehmen.

Aber mein Körper ist keine Spielwiese. Es hat einiges an Zeit gebraucht, dass ich das auch mal einsehe, aus dem Blickwinkel hatte das Projekt auch für mich seine positiven Seiten.

Zu der zweiten Frage, also ob ich das Projekt mit heutigem Wissen zu der Zeit vor dem Projekt noch einmal starten würde:

Hier bin ich mir nicht sicher. Wenn ich das Projekt also zeitlich zurück nicht starten würde, würde es nicht existieren. Ich wüsste also nicht, ob und wie weit ich Menschen damit helfen kann. Da wir aber davon ausgehen, dass ich das Wissen von heute (nach dem Projekt) hätte, wäre meine Antwort wahrscheinlich auch Nein.

Mit jedem weiteren Monat, der nach dem Ende des Projektes verstreicht, frage ich mich immer mehr, ob es das überhaupt Wert war.

Der Grund ist ganz einfach (wie schon erwähnt): Das Projekt kann sich nur lohnen, wenn andere etwas (positives) davon mitnehmen. Sollte das der Fall sein, werde ich es zumindest nicht bereuen. Sollte das nicht der Fall sein, hat sich der Aufwand in keinster Weise gelohnt.

Aktuell kann ich mit der Entscheidung für das Projekt gut leben und bin zufrieden, weil ich dadurch auch Aufmerksamkeit auf meine Ernährungsansichten lenken konnte, die wiederum doch schon einigen helfen konnten.

Vielen Dank deshalb auch besonders an die "stillen Leser", die sich zwar im Hintergrund aufhalten, aber mir trotzdem Nachrichten schreiben und mir erzählen, was sich für sie geändert hat.

Hätte ich diesen Einfluss auch ohne dieses Projekt? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass für besondere Veränderungen (Menschen beim Abnehmen helfen) manchmal besondere Maßnahmen (#50kgchallenge) hilfreich sind.

Über den Autor

Daniel Schröder ist 30 Jahre alt und der Gründer von caloright®. Er bloggt mit Leidenschaft über die Themen Ernährung, Abnehmen und Fitness. Daniel reizt es besonders, auch unkonventionelle Wege zu gehen und seinen Körper bewusst an Grenzen zu führen, um so die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche zu lenken. Mit seinem Abnehmblog möchte er Orientierungslosen, insbesondere nach gescheiterten Diäten, seinen Weg zeigen, um aus dem Ernährungs- und Diätlabyrinth hinaus zu finden. Er steht für eine langfristige und kontrollierte Gewichtsreduktion.

Hinterlasse einen Kommentar:

(4) comments

Fettsack 1. April 2019

Hallo Daniel,

vorab: toller Blog und gute Challenge Idee (USA: Fittofattofit lässt grüßen 😉 )

Leider missfällt mir folgendes:

– Was auf den Bildern zu sehen ist entspricht niemals +50kg eher 25 wenn überhaupt!

– Du wolltest über alles aufklären und endlich mit Diätlügen und falschen Tipps aufräumen. Aber Du erläuterst überhaupt nicht wie du abgenommen hast! Man erfährt nicht wie Du dich ernährt hast, welches Defizit und ob du ein Sportprogramm gemacht hast. Alles nur vage Andeutungen aber kein Klartext.

Ich vermute mal deine Challenge soll uns „Dicke“ anfixen und demnächst bietest du dann Dein persönliches Programm an das man für schlappe xx€ im Monatsabo kaufen kann oder ein Ebook für xx€ in dem auch nur die Standardmythen aufgelistet werden?

Ich hoffe du erträgst diese Kritik?

Und noch mehr hoffe ich dass ich mich irre und demnächst sinnvolle Blogeinträge folgen die alles erklären.

Mfg

Reply
    Daniel Schröder 1. April 2019

    Hallo lieber Leser,

    ich schreibe dich mal nicht mit deinem hinterlegten Namen an, sonst habe ich nachher noch eine Abmahnung wegen Beleidigung ins Haus stehen – zu Zeiten der DSGVO weiß man nie.

    Es ist sehr nett, dass du deinen Kommentar mit einem Lob beginnst, vielen Dank dafür und dass dir mein Blog sonst gefällt.

    Sachliche Kritik kann ich natürlich vertragen, aber nicht die unterschwelligen Mutmaßungen, dass ich hier „Dicke“ anfixen will. Ich bin für jeden Leser, für jeden ehrlichen Kommentar und auch für Kritik dankbar, aber ich verbringe nicht meine Feierabenden und Sonntage seit Jahren mit dem Schreiben von Blogartikeln, um am Ende als Verarsche dargestellt und wahrgenommen zu werden.

    Nun zu deinen Kritikpunkten:

    1) „Was auf den Bildern zu sehen ist entspricht niemals +50kg eher 25 wenn überhaupt!“

    Es waren exakt 50,00 kg. Am 22.02.2014 waren es 73,5 kg und am 20.02.2017 waren es 123,5 kg, das sind für mich 50 kg. Auch wenn es außergewöhnlich aussieht, dass die Zunahme fast auf den Tag genau funktioniert hat, es entspricht alles genau so der Wahrheit, wie ich es hier schreibe.

    Genau aus diesem Grund habe ich alles dokumentiert, von Bildern über das tägliche Gewicht, Fotos von der Waage etc. Den Teil der Zunahme habe ich damals sogar noch von Hand auf mein Notizblock geschrieben, jeden Tag. Der Block existiert noch und ich schreibe nicht über drei Jahre irgendwelche wirren, ausgedachten Zahlen auf Papier.

    Du wirst kaum ein Projekt im Internet finden hinsichtlich Gewichtszunahme- und Gewichtsabnahme, das so offen, ehrlich und akribisch dokumentiert wurde, wie meine #50kgchallenge.

    Vielleicht ist es etwas ungünstig gewesen, immer nur Bilder vom Oberkörper zu veröffentlichen, weil ein Teil des Gewichts natürlich auch auf Oberschenkeln, Hüfte und Hintern gelandet ist. Vielleicht erweckt einfach nur der Oberkörper den Eindruck, als könnten das keine 50 kg gewesen sein. Das Argument sehe ich ein und kann ich nachvollziehen.

    2) „Du wolltest über alles aufklären und endlich mit Diätlügen und falschen Tipps aufräumen. Aber Du erläuterst überhaupt nicht wie du abgenommen hast! Man erfährt nicht wie Du dich ernährt hast, welches Defizit und ob du ein Sportprogramm gemacht hast. Alles nur vage Andeutungen aber kein Klartext.“

    Über alles aufklären, mit Diätlügen und falschen Tipps aufräumen, das mache ich hier auf meinem Blog – dafür war nicht dieser Artikel gedacht. Dieser Artikel trägt die Überschrift „Ergebnis der #50kgchallenge“. Es geht hier nur um die Zusammenfassung dieser Challenge, die eh schon fast zu lang geraten ist.

    Das Thema Ernährung habe ich hier sehr wohl aufgegriffen. Ich habe von meinem Konzept des Kalorienmanagements geschrieben, dieses auch verdeutlicht mit der Pyramide. Ich bin auf die wichtigsten Aspekte der Abnahme eingegangen (Kalorienbilanz, Makronährstoffe, Pareto-Prinzip, etc.). Auch bin ich darauf eingegangen, wie hoch ich mein Defizit gewählt habe, nicht nur das, ich habe diese Rechnung anhand der 7.000 kcal – Logik auch vorgerechnet. Ich habe auch geschrieben, dass ich Kalorien auf die Woche gerechnet habe und darüber hinaus wie ich kontrolliert und meine Ernährung angepasst habe.
    Weiterhin habe ich nicht nur von der Abnahme, sondern auch von der Zunahme, den Gewichtsschwankungen, dem Übergang von Zunahme zu Abnahme und das Thema Kalorienbedarf berechnen angesprochen, sowie zu weiteren nützlichen Artikeln verlinkt, die diese Themen genauer erklären.

    Natürlich kann ich hier nicht auf jeden Tag der Diät eingehen, weil dieser Artikel wie erwähnt nur eine Zusammenfassung der Challenge ist und kein detaillierter Artikel mit Step-Für-Step-Anleitung zum Abnehmen, denn sonst würde dieser Artikel genau so heißen. In diesem Artikel ist das drin, was in der Überschrift steht.

    Weißt du, es ist unmöglich, für jeden den perfekten Artikel zu schreiben. Der eine möchte es kurz und knackig, der andere ausführlich und mit Beispielen. Der eine mehr zum Thema Zunehmen, der andere mehr zum Thema Abnehmen. Der eine eher das Thema Vitamine, der andere das Thema Sport. Ich kann hier nicht alle Themen im Detail klären, dafür nehme ich es mir heraus, separate Blogartikel zu schreiben, damit ich nicht jährlich nur einen Artikel schreibe, der dann alles anspricht, den aber keiner ließt, weil es zu lang ist. Stattdessen teile ich die Themen auf, so, dass sie ein Thema bündeln und nachvollziehbar machen. Auch habe ich im Artikel genau erwähnt, dass ich die Pyramide nur im Ansatz bespreche, weil der Artikel sonst vom Thema abkommt.

    Auch auf mein Sportpensum bin ich eingegangen, dass ich nur 1-3 mal pro Woche Sport gemacht habe, gänzlich auf Cardio verzichtet habe und ein Ganzkörpertraining praktiziert habe. Auch, dass es für mich um das Thema Volumen, Intensität, Trainingspausen, usw. ging.

    Wenn es gewollt ist, dass ich mal einen Artikel nur über mein Training in der Abnahme machen soll, quasi ein Training nach dem Minimalprinzip, selten und mit wenig Zeitaufwand, dann teile mir das doch einfach freundlich mit. Dann mache ich das doch auch.

    3) „Ich vermute mal deine Challenge soll uns “Dicke” anfixen und demnächst bietest du dann Dein persönliches Programm an das man für schlappe xx€ im Monatsabo kaufen kann oder ein Ebook für xx€ in dem auch nur die Standardmythen aufgelistet werden?“

    Ich weiß manchmal nicht mehr, was ich schreiben soll. Ich halte es für echt unverschämt, mir so etwas zu unterstellen. Es gibt 100.000 Crashdiäten und Verarsche-Programme im Internet und gerade mein Blog mit meiner Challenge wird hier als Instrument betitelt, Dicke anzufixen, um ihnen etwas zu verkaufen.

    Ich präsentiere mich hier ganz offen als Person, wie ich bin, mit meinem Namen, Adresse, Bildern – wenn ich diesen Ruf hätte, den du mir gerade gibst, dann wäre hier für mich schon lange Ende.

    Drei Monate habe ich an diesem Artikel geschrieben, weil ich das in meiner Freizeit mache, während sich andere abends auf die Couch setzen, setze ich mich hier an den Schreibtisch und schreibe Artikel, die Menschen beim Abnehmen helfen sollen. Außerdem sitze ich bei schönem Wetter in meiner Wohnung und beantworte diesen fragwürdigen Kommentar.

    Ich blogge hier seit über zwei Jahren und habe insgesamt rund 3 Euro verdient, weil jemand über meinen Amazon-Link eine Waage gekauft hat. Ich habe monatliche Ausgaben für meine Domain (caloright.de und caloright.com) und für das Web-Hosting. Ich habe jeden Monat Ausgaben und keine Einnahmen durch den Blog. Jede Minute, die ich hier schreibe, verliere ich Geld und Zeit. Ich vertreibe hier auch keine Sachen, die mir bereits angeboten wurden, mit denen ich sicher schon hätte Geld verdienen können.

    Deshalb betone ich ganz klipp und klar, dass es durchaus sein kann, dass ich mal etwas (und zwar etwas Eigenes, wozu ich stehe, worüber ich mir mehrere Jahre Gedanken gemacht habe) auch für Geld anbieten könnte. Was ist das für eine Einstellung, zu sagen, man dürfe für einen guten Service kein Geld verlangen? Wenn ich jemandem dabei nachweislich helfe, 30 kg abzunehmen und dauerhaft zu halten, dann hat das einen monetären Wert der über deine genannten zweistelligen Preisvorstellungen hinausgeht. Gehst du auch zum Fahrzeugmechaniker und unterstellst ihm dass er nur Kohle machen will, wenn er einen Ölwechsel am Auto macht? Dass er Menschen anfixt, wenn er berät und sagt, dass ein Ölwechsel wichtig für den Motor ist und ein Motorschaden folgen kann? Ernährungsberater nehmen für das, was ich hier kostenfrei in Blogartikeln und per E-Mail an Tipps gebe stündlich 50 – 100 €. Bin ich jetzt hier der Blöde? Also noch mal: Wenn ich es mir irgendwann zutraue, ein meiner Meinung nach gutes Coaching oder ähnliches anzubieten (ohne es aufzuschwätzen), was dann aber sicher keinem billigen Ernährungsplan entspricht, dann wird das mindestens den doppelten Wert für den Käufer bringen, als der Preis dafür war. Ob das 20 € oder 20.000 € sind, steht auf einem anderen Papier. Eins will ich hier nur deutlich sagen, auf meinem Blog wird niemand angefixt, hier wird GEHOLFEN.

    Grüße

    Daniel

    Reply
      Fettsack 2. April 2019

      Hallo Daniel,

      deine Reaktion hat mir durchaus gezeigt das Du es ehrlich mit uns Lesern meinst! Ich gebe zu, ich habe meinen Kommentar voreilig geschrieben ohne weiter Blogartikel zu lesen. Bin über Google hier gelandet und dachte „Super!“ endlich ein Artikel der Klarheit zum Thema Abnehmen bringt. Leider war mir dein Artikel dann doch zu Allgemein gehalten das man wenig auf sich adaptieren kann. Deshalb der bewusst provozierende Comment. Sorry dafür war doch etwas too much! Jetzt habe ich einige Artikel nachgelesen und mein Eindruck wird besser obwohl ich mir schon noch einen ausführlichen Artikel zum Thema Ernährung mit deiner Pyramide wünsche. Denn wenn Du das nicht nachvollziehbar erklären kannst bist du nicht besser wie die anderen 2 Millionen Blogs zum Abnehmen wo die allgemeinen Parolen zu lesen sind: Kaloriendefizit, mehr Sport, low Carb, low Sugar, …
      Mir gefiel dein Ansatz soo geil mit den Gegensätzen: high Carb, doch Alk, kein Cardio, doch Kuchen usw. das könnte Dich von all dem Einheitsbrei heraus stechen lassen. Lass diese Chance nicht verstreichen denn wir alle wollen mit Spass (Kuchen&ALk) abnehmen!
      Zeig uns wie!

      Also nochmal Sorry wenn ich Dir zu nahe getreten bin.
      Wie gesagt dein blog ist toll und Respekt für deine Leistung!

      Mfg

      Reply
        Daniel Schröder 9. April 2019

        Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen und noch einen weiteren Kommentar verfasst hast, um deinen ersten Kommentar etwas nachvollziehbarer zu machen.

        Ich kann schon verstehen, dass du mit einer anderen Erwartung an diesen Artikel herangegangen bist und ich werde das Thema Ernährung (insbesondere das mit der Pyramide) mit dem notwendigen Praxisbezug in Zukunft besser herausstellen.

        Deine Entschuldigung finde ich echt fair und nehme sie sehr gerne an. 🙂

        Liebe Grüße

        Daniel

        Reply
Add Your Reply

Leave a Comment: