Ergebnis der #50kgchallenge

By Daniel Schröder | Abnehmen

Mrz 31
50kgchallenge-abnehmchallenge

Nach etwas weniger als 5 Jahren habe ich am 29.12.2018 meine #50kgchallenge erfolgreich beenden können.

Nach über 1700 Gewichtsmessungen in diesem Zeitraum und einem Gewichtsunterschied von ca. 92 kg gibt es einiges zu erzählen.

In diesem Artikel werde ich das Projekt mit Beginn im Jahr 2013 bis zum Ende, im Jahr 2019, chronologisch und übersichtlich zusammenzufassen, sodass du als Leser hoffentlich einige hilfreiche Infos für deine Abnehmreise mitnehmen kannst.

Dabei möchte ich auf folgende Punkte eingehen:

1) Was ist die #50kgchallenge?

Für die, die auf meinem Blog neu sind, möchte ich die #50kgchallenge ganz kurz zusammenfassen, ohne die „alten“ Leser damit zu langweilen.

Die #50kgchallenge war in zwei Phasen aufgeteilt:

Die 1. Phase (Gewichtszunahme)

Die erste Phase bestand in der Gewichtszunahme von 50 kg, für die ich mir die Vorgabe gemacht habe, jeden Monat kontrolliert 1-2 kg an Körpergewicht zuzunehmen.

Nicht wesentlich weniger, damit die Gewichtszunahme nicht zu lange dauert und nicht mehr, damit die Belastung für meinen Körper möglichst überschaubar bleibt.

Ich kam so auf 36 Monate, was einer Gewichtszunahme von rund 1,4 kg pro Monat entspricht. Demnach habe ich drei Jahre zugenommen.

Die 2. Phase (Gewichtsreduktion)

Die zweite Phase bestand dann darin, einen Großteil der zuvor zugenommenen 50 kg wieder abzunehmen.

Aufgrund der Körperfettmessungen und der optischen Entwicklung war mir klar, dass ich nicht ganz 50 kg wieder abnehmen muss, um auf den Ausgangswert des Körperfettanteils (KfA) zu kommen.

Das liegt unter anderem daran, dass ich in den drei Jahren der Gewichtszunahme auch ungefähr 5-10 kg Muskulatur aufgebaut habe.

Wer das bis hier zum ersten Mal ließt, der wird vermutlich denken, ich hätte zu viel Langeweile gehabt. Dass es für mich aber einige wichtige Gründe für das Projekt gab, und was ich am Ende damit erreichen will, darauf komme ich im nächsten Punkt zu sprechen.

Der Grund für das Projekt

Der Initialzünder war der riesen Blödsinn, der damals (vor über 5 Jahren) noch im Internet zum Thema Abnehmen kursierte.

Dieser Blödsinn hat mich im Endeffekt selbst Jahre gekostet, bis ich auf einen grünen Ast gefunden habe. Und diese Jahre habe ich damit verbracht, alles Mögliche zum Thema Abnehmen und Ernährung zu lesen und unzählige Diäten auszuprobieren.

Heute kann man sagen, dass es im Internet wesentlich bessere Informationen und einen leichteren Zugang zu Informationen gibt. Das ist erst mal ein positiver Aspekt, dem allerdings der Nachteil entgegensteht, dass gerade diese Möglichkeit, viele Menschen unkompliziert erreichen zu können, auch dazu führt, dass noch mehr Blödsinn insbesondere beim Abnehmen im Internet verbreitet wird.

Heute ist nicht mehr die Frage, ob die notwendigen vertrauenswürdigen Informationen im Internet existieren, sondern heute ist die Herausforderung, herauszufinden, welchen Quellen man vertrauen kann.

Ergo stehen wir heute nicht besser da, als vor 5 Jahren, trotz besserer Informationen. Wir stehen heute nur anders da.

Jeder kann seine Informationen im Internet verbreiten, jeder kann sie lesen – und nicht anders mache ich es mit meinem Blog und meinem Projekt. Ich stelle allerdings meine Art und Weise des Ernährungsmanagements detailliert vor und untermauere diese mit Theorie- und Praxis.

Jeder hat den Zugang und kann im Anschluss selbst abwägen, ob man mir und meinen Tipps vertrauen möchte, oder ob hier alles Scam ist.

Beobachtungen

Nicht nur an mir selbst, sondern auch an anderen habe ich immer wieder beobachtet, wie Diäten angefangen, umgesetzt und auch beendet wurden.

Auch ich hatte vor diesem Projekt mehrere Jahre dieses Auf und Ab durch sämtliche Diäten hinter mir. Eines, was mich dabei nie losgelassen hat, war die Frage nach dem „Warum?“.

Warum gehen gefühlt 90 % der Diäten (inklusive meiner) in die Hose? Aber warum nimmt man trotzdem fast immer anfangs ab?

Ist es jetzt Low Carb, das zum Ziel führt, die Ketogene Diät, Intermittierendes Fasten, oder der Verzicht auf Kohlenhydrate am Abend?

Oder ist es einfach mehr Sport, oder ein anderer Sport? Was hat das alles mit dem Blutzucker- und Insulinspiegel auf sich, was haben Hormone wie Ghrelin, HGH, Cortsiol damit zu tun?

Das waren alles Fragen, die mich beschäftigt haben. Darauf wollte ich Antworten – und einige bekam ich mit der Zeit.

Das hat zwar mehrere Jahre Selbstversuche und Recherche gekostet, aber ich denke, dass ich heute einigermaßen weiß, wie das kontrollierte Abnehmen und Zunehmen funktioniert.

Leider anders, als die meisten Diäten auch heute noch aussehen.

Also wollte ich das, wovon ich überzeugt war, auf die Probe stellen. Und zwar, dass das Abnehmen auch wunderbar funktioniert, wenn man viele der Standard-Diätvorgaben nicht einhält.

Nicht, um einfach mal gegen den Strom zu schwimmen, sondern um zu zeigen, dass man sich viele dieser Vorgaben, die einen in der Diät nur einschränken, gar nicht umsetzen muss, wenn man es denn nicht möchte.

Jede Diät beginnt mit zahllosen Einschränkungen – aber wozu?

Deshalb frage ich dich an dieser Stelle: Was sind so die Tipps, die du bekommst, wenn du abnehmen möchtest?

Meistens sehen die ersten Tipps in etwa so aus, wie in der folgenden Liste. Da ich diese ganzen Tipps für nicht unbedingt notwendig halte, habe ich mich in meinem Projekt dafür entschieden, diese genau entgegengesetzt zu tun.

Abnehmtipps, wie man sie kennt

  • Du musst viel Sport machen, am besten Cardio

Also habe ich mich entschlossen, deutlich weniger Sport zu machen ( 1-3 Sporteinheiten pro Woche) und auf jegliche Form von Cardio in der Diät zu verzichten.

  • Du musst abends auf Kohlenhydrate verzichten

Also habe ich mich entschieden, meine Kohlenhydrate vor allem auch abends zu mir zu nehmen.

  • Du musst Abnehmshakes, Fatburner, etc. nehmen

Also habe ich mich entschieden, Abnehmshakes, Fatburner, Trainingsbooster und sonstige Nahrungsergänzungsmittel, die dem Abnehmen dienlich sind (sein sollen), zu streichen.

  • Du musst gesund essen (Clean Eating)

Also habe ich mich entschieden, nicht clean zu essen.

  • Du darfst kein Fast Food essen

Also habe ich mich entschieden, nicht auf Fast Food zu verzichten. Unter anderem waren es über 80 Pizzen und vieles mehr. Die Bilder dazu findet man auf Instagram.

  • Du musst Cheatdays machen, um den Stoffwechsel anzukurbeln

Also habe ich mich entschieden, keine Cheatdays zu machen.

  • Du musst alle 2-3 Stunden etwas essen

Also habe ich mich entschieden, in meiner Ernährung kein Mealtiming zu beachten. Die Uhr spielte also keine Rolle.

  • Du musst Kohlenhydrate und Fette trennen

Also habe ich mich entschieden, Kohlenhydrate und Fette nicht zu trennen.

  • Du musst auf bestimmte Lebensmittel verzichten (Süßigkeiten, etc.)

Also habe ich mich entschieden, alles zu essen und nichts auszuschließen.

  • Du darfst keinen Alkohol trinken

Also habe ich mich entschieden, weiterhin Alkohol zu trinken (auf Partys, etc.), wenn ich möchte, ohne es mir zu verbieten.

Sehe ich da nur Verbote?

Diese Liste lässt sich noch um weitere Punkte ergänzen, allerdings waren solche Art von Diätvorgaben der Punkt, an dem ich damals ausgestiegen bin.

Wieso höre und lese ich immer im Zusammenhang mit dem Abnehmen "Du musst ..." und nie etwas von "Du darfst auch ..." ?

Wer eine auf unzähligen Verboten ausgelegte Diät umsetzen möchte, kann das prinzipiell tun, für mich kam das allerdings nicht mehr in Frage, weil ich wusste, dass es anders geht.

Wer allerdings weiter einschränkende Diäten machen will, der sollte hier aufhören, weiterzulesen. Man könnte zu der Einsicht kommen, dass das verschwendete Zeit war. Aber keine Sorge, diese Einsicht habe ich auch über mich ergehen lassen.

Ich will gar nicht darauf hinaus, dass alle diese Punkte oben komplett sinnlos sind, denn einige davon haben ihre Daseinsberechtigung und können unterstützend wirken - später, als Ergänzung und Optimierung.

Aber für gewöhnlich fange ich vorne an und nicht hinten.

Das Problem ist nur, mit solchen Listen werden Diäten begonnen. Auf den Punkt gebracht: viele Diäten beginnen mit unzähligen Einschränkungen und Verboten.

Eine lange Checkliste, die dafür sorgt, dass mit jedem weiteren Punkt die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass die Diät in die Hose geht.

Man baut sich sinnbildlich vorne im direkten Blickfeld eine perfekte Welt mit Clean Eating und tollen Diätvorgaben und reißt mit dem Hintern alles wieder um, ohne es mitzubekommen.

Wenn man nach Monaten der Diät dann zurück schaut, womit man diese wertvolle Zeit verbracht hat, was man mit der gnadenlosen Disziplin tolles aufgebaut hat, dann erkennt man eigentlich nur einen riesen Scherbenhaufen.

Man ist ausgebrannt und hat keinen Bock mehr auf Diät.

Sind wir hier ehrlich, dann finden genau diese Dinge dort in der Liste der Verbote ihren Platz, die eigentlich erst richtig Spaß bereiten.

Wir reduzieren alles, was uns Spaß macht und als wäre das nicht genug, kommt es neben den Verboten auch noch zu Handlungsvorschriften, also notwendigen Auflagen.

Es ist weniger von dem erlaubt, was Spaß macht und man muss mehr von dem tun, was keinen Spaß macht.

Herzlich willkommen in der nächsten Diät – die auch scheitern wird.

Das Ganze ist in meinen Augen ein sehr ausgeklügeltes Konzept, um nachhaltig zu scheitern. Es wird allerdings täglich umgesetzt, weil es im ersten Moment plausibel klingt.

Kompromisse statt Verbote

Ich finde, es geht nicht um Verbote, es geht um Kompromisse.

Gesunde Ernährung hin oder her. Man sollte vorne anfangen und nicht mit der Tür ins Haus fallen.

Auch wenn ich für gesunde Ernährung bin, ist es für viele zu viel, direkt zu Beginn alles perfekt machen zu wollen.

Ich gehe hier einen anderen Weg. Erst das Wissen, dann die Planung, dann die Kontrolle, dann Ergebnisse, dann Motivation und am Ende die Optimierung.

Aber alle fangen hinten an, mit der Optimierung. Zu einer bestimmten Uhrzeit darf nur noch eine bestimmte Form von Kohlenhydraten auf den Teller und jedes Essen muss x Gramm an Ballaststoffen und Vitaminen haben. Der Blutzuckerspiegel darf aber auch gewisse Grenzen nicht überschreiten.

Sie optimieren am Ende aber nicht ihre Diät, sondern das Scheitern.

Wenn jemand in der Diät bei Mc Donald's essen möchte, dann kann man natürlich die Meinung vertreten, dass das nicht passieren darf, weil man erstens abnehmen will und zweitens weil es ungesund ist.

Aber was bringt uns das jetzt? Aus mehreren Jahren Erfahrung weiß ich: Es bringt nichts.

Die Gewichtsabnahme und Optimierung der Ernährung findet nicht per Knopfdruck statt, sondern ist ein Prozess, für den man sich auch gerne Zeit nehmen darf.

Auch hier sollte man Kompromisse finden.

Vorbildliches Verhalten?

Bevor ich anderen erkläre, wie sie abnehmen sollen, wollte ich mich von dem überzeugen, was ich selbst weiß/kann und für mich klären, ob das, was ich erzähle, auch bei einem gesunden Menschen zutrifft.

Wenn ich eine Idee habe, dann validiere ich diese an mir selbst. Ich weiß, dass es viele im Internet anders machen, sie verkaufen Ernährungsprogramme und Pläne ohne wesentlichen Mehrwert und experimentieren nicht an sich selbst, wie ich es tat, sondern direkt am Kunden. Das geht natürlich auch.

Wenn ich es selbst nicht geschafft hätte, die 50 kg zuzunehmen und zum gleichen Körperfettanteil wieder abzunehmen, dann wäre meine Aufgabe gewesen, herauszufinden, wieso dem so ist.

Ich sage nicht, dass jeder seine eigenen Prinzipien und Empfehlungen an sich selbst ausprobieren und dafür auch noch zunehmen muss (auch wenn sich dann viele „Experten“ selbst disqualifizieren würden).

Ich sage aber ganz deutlich, dass es nicht verkehrt sein kann, wenn man es tut.

Auch wenn ich damals wusste, dass es einiges an Gegenwind geben wird, so wusste ich, dass ich mit diesem Projekt auch Menschen motivieren kann, anders zu denken.

2) Vergleich der körperlichen Entwicklung (Bilder, etc.)

Kommen wir endlich zum eigentlichen Thema. Ich fange direkt an mit den Fakten zu Körpergewicht, Bauchumfang, Bildern und Diagrammen, damit im späteren Verlauf besser nachzuvollziehen ist, um was es genau geht.

Das Thema Kontrolle wird später noch aufgegriffen, aber hier ein paar wichtige Informationen zu den Bildern vorab:

Gewichtsverlauf

Meinen Gewichtsverlauf habe ich auf Tagesbasis mit Beginn im Februar 2014 aufgenommen, das heißt, es gab bis zum Ende des Projekts ca. 1700 Messungen.

Auf dem ersten Diagramm siehst du diese Messungen von der Zunahme und Abnahme zusammengefasst.

Darunter das Diagramm zeigt nur die Messungen während der Gewichtsreduktion mit einer Trendlinie.

Und das dritte Diagramm zeigt den Verlauf der Gewichtsreduktion anhand des Wochendurchschnitts.

Diagramm Zunahme + Abnahme (täglich)

50kgchallenge-zunahme-abnahme

Diagramm Abnahme (täglich und Trend)

abnahme-tagesverlauf-mit-trend

Diagramm Abnahme (Wochendurchschnitt)

abnahme-wochendurchschnitt

Fotos

Neben dem Körpergewicht war ein wichtiger Indikator für den Verlauf der körperlichen Entwicklung regelmäßige Bilder.

Um das Ergebnis insgesamt vorweg zu nehmen, auf dem folgenden Bild sieht du das Endresultat der #50kgchallenge.

50kgchallenge-vorher-nachher

Von der Gewichtszunahme habe ich nur in unsporadischen Abständen Bilder gemacht. Die Entwicklung der Zunahme anhand von Bildern siehst du auf dem nächsten Bild.

Danach folgt der Verlauf der Abnahme in Bildern, die ich konsequent alle zwei Wochen angefertigt habe.

Darunter noch ein kurzer Vergleich vom Beginn der Abnahme gegenüber dem Ende der Abnahme.

Bilder Gewichtszunahme

Bilder Gewichtsabnahme

50kgchallenge-vorher