Körperfettwaage oder normale Waage?

By Daniel Schröder | Abnehmen

Jan 25
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Wie aussagekräftig sind Körperfettwaagen? Reicht nicht eigentlich eine normale Personenwaage, um seine Erfolge zu messen?

In diesem Artikel erläutere ich dir unter anderem, warum Körperfettwaagen nur unter Einhaltung gewisser Regeln einigermaßen aussagekräftig sind.

Außerdem erkläre ich die Messmethode, die in diesen Waagen zum Einsatz kommt und welche Parameter analysiert werden.

Körperfettwaage oder normale Waage?

Spätestens nachdem du diesen Artikel gelesen hast, in dem es um das Wiegen geht, weißt du, dass ich ein Freund von täglichem Wiegen bin.

Allerdings nur, solange man zudem auch Körpermaße misst und Fotos macht.

Kommen wir zur Körperfettwaage.

Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Messmethoden, um die Körperzusammensetzung eines Menschen zu analysieren. Davon sind einige Methoden aufwändiger, als die anderen.

Auch in der Handhabung, dem Preis und der Messgenauigkeit gibt es zum Teil enorme Unterschiede.

Zu den genauesten Methoden gehören beispielsweise der DEXA-Scan (arbeitet mit Röntgenstrahlen), der Pod Bod (arbeitet mit Luftverdrängung) und die Wasserverdrängung.

In einem anderen Artikel gehe ich detaillierter auf die verschiedenen Messmethoden ein.

In einer Körperfettwaage kommt die bioelektrische Impedanzanalyse (kurz BIA) zum Einsatz, weshalb ich dazu im Folgenden etwas ausführlicher schreibe.

Bauarten von Körperfettwaagen

Es gibt im Groben die folgenden drei Modell-Varianten von Körperfettwaagen.

Variante 1
Hier stellt sich der Nutzer wie gewohnt auf die Auflagefläche der Waage, die auf dem Boden steht. Das Messergebnis, zu dem z.B. auch der Körperfettanteil zählt, wird kurz nach dem Einschalten auf dem Display angezeigt.

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Variante 2
Das sind Waagen, die zusätzlich zu der Auflagefläche auf dem Boden noch ein Modul für die Hände beinhalten. Dieses Modul ist mit der Auflagefläche durch ein Kabel verbunden.

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(Variante 3)
Es gibt auch Körperanalysesysteme, die ebenfalls mit der BIA arbeiten, aber nur mit Händen bedient wird. Diese zählen aber nicht zu den Waagen.

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Warum ich dir, wenn überhaupt, nur zu Variante 2 rate, erfährst du weiter unten.

Aber fangen wir vorne an.

Wie funktioniert eine Körperfettwaage?

In den handelsüblichen Körperfettwaagen findet die bereits erwähnte bioelektrische Impedanzanalyse Anwendung.

Bei dieser Art der Messung wird über Sensoren ein Magnetfeld im Körper aufgebaut.

Diese Sensoren befinden sich in der Auflagefläche der Waage (2-Punkt-Verfahren). Ein Grund, warum diese Waagen in Barfuß zu benutzen sind.

Bei der Variante 2 befinden sich Sensoren sowohl in der Auflagefläche auf dem Boden, als auch in dem Modul für die Hände (4-Punkt-Verfahren).

Der Strom, der dabei durch den Körper „fließt“ ist so gering, dass man ihn gar nicht bemerkt. Nebenwirkungen durch die Nutzung einer Körperfettwaage sind deshalb ausgeschlossen.

Es gibt ein exakt genormtes Referenz-System zur Messung mit der BIA. In diesem Modell liegt der Benutzer in einer definierten Position auf dem Rücken und hat dabei Arme und Beine leicht vom Rumpf abgewinkelt.

Das Anbringen der Elektroden geschieht dabei auch nach einem genormten Prinzip, an einem Unterarm und einem Unterschenkel.

Zu einem solchen Versuchsaufbau kommt es bei der handelsüblichen Körperfettwaage natürlich nicht. Alleine dieser Tatsache ist mitunter geschuldet, dass die Messung nicht exakt den Ist-Zustand dokumentiert.

Bei den oben erwähnten Körperfettwaagen, bei denen zusätzlich noch Sensoren für die Hände existieren (Variante 2), ist das Messprinzip das Gleiche. Das Ergebnis ist aber genauer. Den Grund dafür erfährst du weiter unten in diesem Artikel.

Durch den niederfrequenten Strom, der bei der Messung durch den Körper fließt, können Gewebearten und deren Anteile bestimmt werden.

So hat eine Körperfettwaage eine Reihe von Messparametern, auf die ich im Folgenden eingehe.

Funktionen Personenwaage

Der Funktionsumfang einer normalen Personenwaage ist relativ überschaubar. In den meisten Modellen wird lediglich das Gewicht gemessen.

  • Gewicht

Funktionen Körperfettwaage

Der Funktionsumfang einer Körperfettwaage ist schon etwas umfangreicher.

Die BIA-Messung ermöglicht die Messung verschiedenster Parameter. Welche genau in einer bestimmten Waage analysiert werden, solltest du vorab in Erfahrung bringen, denn diese unterscheiden sich teilweise von Gerät zu Gerät.

Im Allgemeinen können bei der BIA-Messung folgende Werte berechnet werden:

  • Gewicht
  • Knochenmasse
  • Muskelmasse
  • Fettmasse
  • Körperwasser
  • Body-Mass-Index (BMI)
  • Körperfettanteil
  • Kaloriengrundumsatz

Preise

Die Variante 1, ohne Handsensoren, fängt bereits bei 20,00 € an und geht in Bereiche bis 150,00 €.

Die Preisspanne ist deshalb so enorm, weil die höherpreisigen Modelle teilweise eine eigene Smartphone-App mitbringen, auf die sämtliche Werte der Waage übermittelt werden (mit Bluetooth oder WLAN).

Die Variante 2, also mit Handsensoren, fängt hingegen bei ca. 75,00 € an und kommt in Preisbereiche um 200,00 €.

Eine solide Personenwaage, die kein Körperfett ermittelt, sondern nur das Körpergewicht anzeigt, bekommst du für rund 20,00 €. Mit einer solchen Waage arbeite ich übrigens seit Jahren und dokumentiere so meine Erfolge.

Bei korrekter, regelmäßiger Anwendung, sind solche Waagen völlig ausreichend.

Mehr zum Thema Wiegen erfährst du auch in diesem Artikel.

Messgenauigkeit einer Körperfettwaage

Eine hundertprozentig genaue Messung und Analyse ist natürlich mit handelsüblichen Körperfettwaagen nicht möglich. Aber das ist in den meisten Fällen auch gar nicht unbedingt notwendig.

Den meisten Sinn macht eine Körperfettwaage, wenn man einen Trend oder Verlauf abbilden möchte. Für diesen Zweck kann man durchaus zu einer solchen Waage greifen.

Allerdings gibt es bei der Benutzung einige Dinge zu beachten, damit die Messergebnisse nachher nicht zur völligen Verwirrung führen.

Wie oben beschrieben, werden verschiedenste Parameter gemessen. Es ist deshalb enorm wichtig, im exakt gleichen Zustand diese Messungen durchzuführen.

Es gibt eine Reihe Einflussfaktoren, die das Messergebnis verfälschen könnten.

Einflussfaktoren auf das Messergebnis

  • Feuchte Hände
  • Magen-, Darm- und Blasenfüllung
  • Intrazellulärer Wasserhaushalt
  • Klamotten
  • Handcremes
  • usw.

Alleine ein großer Unterschied im Salzkonsum oder der Flüssigkeitsaufnahme, kann das Ergebnis völlig verfälschen.

Sogar bei professionellen Geräten können so enorme Messungenauigkeiten auftreten. Und da rede ich von eigenen Erfahrungen in einem Diabetes-Institut an meinem Wohnort.

Bei einfachen Geräten, wie sie im Privathaushalt genutzt werden, wie die Körperfettwaagen von denen in diesem Artikel die Rede ist, ist der Körperzustand noch ausschlaggebender.

Bevor du deshalb an eine BIA-Messung mit der Körperfettwaage denkst, überlege dir auch, wie du die Waage im gleichen Zustand nutzen könntest.

Beispielsweise immer morgens, direkt nach dem Toilettengang, vor dem Essen oder Trinken.

Besonderheit 2-Punkt-Messung

Ich habe oben erwähnt, dass es Körperfettwaagen nur mit Sensoren in der Auflagefläche der Waage (Variante 1), oder nur für die Hände (Variante 2) gibt.

Bei allen Varianten, die nicht die 4-Punkt-Messung (also an Händen und Füßen) nutzen, steht die These im Raum, dass diese natürlich nur Bezug zum Unterkörper (bei Sensoren nur für die Füße) oder nur zum Oberkörper (bei Sensoren nur für die Hände) nehmen können.

Aus der Elektrotechnik wissen wir, dass Strom immer den Weg des geringsten Widerstandes nimmt. Es ist also nicht so, dass bei einer Messung über die Füße auch der gesamte Oberkörper in die Analyse mit einfließt.

Diese Besonderheit sollte man unbedingt im Hinterkopf behalten, wenn man solche Waagen benutzt.

Wenn man also ein halbwegs valides Ergebnis möchte, sollte man zur Variante 2 greifen. Also den Waagen, die sowohl über Hände, als auch über Füße messen.

Zusammenfassung

Auch wenn ich in diesem Artikel mehr auf Körperfettwaagen eingegangen bin, war die grundsätzliche Frage eine andere.

Sollte man nun zu einer Körperfettwaage oder einer normalen Waage greifen?

Ein Vergleich beider Typen von Waagen macht natürlich wenig Sinn.

Die Funktionen sind so unterschiedlich, dass es allein auf den Anwendungsfall ankommt, für welche Art von Waage man sich entscheidet.

Meine Empfehlung
Empfehlen kann ich in erster Linie immer eine völlig unspektakuläre Personenwaage, die einzig und allein das Gewicht anzeigt. Aber das möglichst genau.

Eine solche Waage, regelmäßig, in kleinen Abständen und im gleichen Zustand genutzt zzgl. der Nutzung eines Maßbandes mit regelmäßigen Fotos ist völlig ausreichend.

Wer dennoch zu einer Körperfettwaage greifen möchte, kann dies selbstverständlich tun.

Allerdings sollte man sich nicht zu sehr auf die Messwerte verlassen.

Um aber einen Trend und Verlauf zu dokumentieren, ist dies völlig legitim.

Denke auch hier ganz besonders daran, die Waage immer im gleichen Zustand zu benutzen, weil sonst die Abweichungen wirklich enorm werden können.

Wenn du dich für eine Körperfettwaage entscheidest, dann allerdings bitte für ein Kombigerät, also mit Fuß- und Handsensoren (Variante 2, 4-Punkt-Messung).

Und bevor du sie kaufst, ließ dir unbedingt die entsprechenden Bewertungen in den Online-Portalen zu dieser Waage durch.

Wirf einen Blick auf die Kommentare und die Messgenauigkeit.

Wenn es dir nur darum geht, den aktuellen Körperfettanteil (KfA) herauszukriegen, dann kannst du dies auch mit einem Caliper tun. Noch einfacher funktioniert eine grobe Einschätzung mit einer Berechnung verschiedener Körpermaße.

Wie das genau geht, erfährst du bald auf diesem Blog 😉

Wenn es dir nur darum geht, deinen Body-Mass-Index (BMI) zu berechnen, dann kannst du dies ganz einfach über einen Online-Rechner tun. Google dazu einfach den Begriff „BMI-Rechner“.

Wie so oft gilt bei allem, was mit Wiegen zu tun hat: Lass dich von Schwankungen nicht aus der Ruhe bringen, oder gar von deinen Zielen abhalten 😉 Wir sind keine Roboter. Schwankungen sind völlig normal!

Wenn du die Werkzeuge (wie die Waage) clever einsetzt, bist du den meisten anderen schon einen deutlichen Schritt voraus.

Was sagst du?

Was für eine Waage benutzt du? Benutzt du überhaupt eine?

Wie oft wiegst du dich? Und wie gehst du mit täglichen Schwankungen um?

Über den Autor

Daniel Schröder ist 30 Jahre alt und der Gründer von caloright®. Er bloggt mit Leidenschaft über die Themen Ernährung, Abnehmen und Fitness. Daniel reizt es besonders, auch unkonventionelle Wege zu gehen und seinen Körper bewusst an Grenzen zu führen, um so die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche zu lenken. Mit seinem Abnehmblog möchte er Orientierungslosen, insbesondere nach gescheiterten Diäten, seinen Weg zeigen, um aus dem Ernährungs- und Diätlabyrinth hinaus zu finden. Er steht für eine langfristige und kontrollierte Gewichtsreduktion.

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