Meine Körperfettmessung (Nr. 2)

By Daniel Schröder | Körperfettmessung

Mai 06
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Körperfettmessung Nr. 2 – Vielleicht hast du schon von meinem Projekt gelesen, in dem ich 50 kg zugenommen habe und nun einen Großteil dieses Gewichts wieder abnehmen möchte. Dabei werde ich während der Gewichtsreduktion u.a. nicht auf Kohlenhydrate verzichten, kein Clean Eating oder Ausdauersport machen.

Welche weiteren Diätvorgaben ich mir auferlegt habe und welcher Sinn dahinter steckt, kannst du hier unter „Mein Projekt“ genau nachlesen. Auch findest du dort den Verlauf der Gewichtszunahme und -abnahme in Form von Bildern, Zahlen und Gewichtsdiagrammen. 🙂

Ich möchte dir auf diesem Blog meine Art und Weise näherbringen, das Gewichtsproblem nachhaltig wieder in den Griff zu bekommen.

Um einen besseren Überblick über den Verlauf der Körperzusammensetzung und reinen Körperfettreduktion zu haben, mache ich regelmäßig Körperfettmessungen.

Meine erste Körperfettmessung, nach der 50 kg Gewichtszunahme und alle Hintergründe zu der Messmethode mit Luftverdrängung, findest du hier:

⇒ Messung Nr. 1

 

Körperfettmessung Nr. 2

Letzt Woche (Ende April ’17) war es wieder so weit, es stand meine zweite Körperfettmessung an.

Wie gewohnt habe ich diesen vormittags wahrgenommen, auf nüchternen Magen. Bis zu der Messung stand an diesem Tag also wieder nur geringe Flüssigkeitszufuhr in Form von etwas Wasser auf dem Plan.

Ab zwei Stunden vor der Messung sollte man möglichst gar nicht mehr trinken.

An diese Richtwerte halte ich mich natürlich, um das Messergebnis immer möglichst in demselben körperlichen Zustand abzurufen.

Unter anderem achte ich auch darauf, dass meine Haar- und Bartlänge nicht zu lang ausfällt, denn all das kann in der Messung mit Luftverdrängung tatsächlich Unterschiede ausmachen.

Dieses Prinzip ist sehr sensibel, aber dafür auch sehr genau. 😉

Kurz vor der Messung entleere ich noch mal meine Blase und danach geht es auch schon zur Messung – natürlich in Unterhose oder Radlerhose.

Wenn das Gerät kalibriert ist, darf ich mich auf einer ebenfalls zuvor kalibrierten Waage wiegen. Im Anschluss beginnt die Messung.

Das Ergebnis liegt bereits innerhalb von wenigen Minuten vor.

Da sich mein Körpergewicht und Bauchumfang in diesen 8 Wochen verringert hat, war ich besonders gespannt, was die Ergebnisse bringen.

Die aktuelle Messung (Woche 8)

Auf dem folgenden Bild siehst du meine aktuelle Messung:

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Zum Vergleich, die erste Messung, zu Beginn der Gewichtsreduktion, bzw. am Ende der Gewichtszunahme:

Die erste Messung (Woche 0)

koerperfettmessung ergebnis

Kurzer Schock für mich

Es war wirklich ein Schock im ersten Moment, als mir mitgeteilt wurde, dass der Körperfettanteil (KfA) nur um 1,3 % gesunken ist.

Klärungsbedarf!

Warum war ich überrascht?

Nun ja, es waren ca. 8 Wochen vergangen seit der Gewichtsreduktion. Der Körperfettanteil ist jedoch nur auf 37,50 %, also um 1,3 % gesunken.

37,50 % Körperfettanteil ist natürlich immer noch absolut enorm.

Wichtige Info!
Frauen haben einen höheren KfA als Männer. Deshalb bitte die Werte eines Mannes nicht direkt mit den Werten einer Frau vergleichen!

Normalbereich Frauen (altersabhängig):  21 – 36 %
Normalbereich Männer (altersabhängig):  8 – 25 %

Mehr dazu hier:
https://de.wikipedia.org/koerperfettanteil

Zurück zu den 1,3 % Reduktion des KfA.

Kurz im Kopf überschlagen: Das sind bei ca. 120 kg um die 1,5 kg Fettverlust.

Nicht sonderlich viel. Was ist denn da los, dachte ich mir.

ABER:

Schauen wir uns alle Werte genau an.. siehst du, was ich sehe?

Vergleich Körperfettmessung  Nr. 1  ⇔  Nr. 2

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Analyse der Körperfettmessung Nr. 2

Im ersten Moment war ich also etwas verwirrt. Doch nach der Einsicht der gesamten Messergebnisse hat sich gezeigt, was hier los ist.

Sammeln wir also kurz die Fakten, die du oben in der Vergleichstabelle siehst.

Verlust Gesamtgewicht
~ 4,2 kg

Verlust fettfreie Masse
~ 1,0 kg

Verlust Fettmasse
~ 3,2 kg

Jetzt wusste ich auch, warum sich der Körperfettanteil prozentual nur so bescheiden verringert hat.

Wenn auf beiden Seiten die anteilige Menge (Gewicht) kleiner wird, ändert sich natürlich prozentual nicht viel. Also kurz gesagt, nicht nur die Fettmasse hat abgenommen, sondern auch die fettfreie Masse (ca. 1 kg).

Das, was wir aus dieser Messung also mitnehmen sollten, ist der reine Körperfettverlust von ~ 3,2 kg.

Ich möchte noch mal „reine“ betonen, weil das wirklich der reine Verlust von Körperfett ist. Nicht Wasser, nicht Unterhose, nichts Anderes. 😛

4,2 kg Gewichtsverlust und 3,2 kg reiner Fettverlust in 8 Wochen.

Ohne Ausdauersport, ohne Low Carb, mit möglichst vielen Kohlenhydraten am Abend, ohne Verzicht auf Alkohol, ohne Clean Eating und ohne Verzicht auf Fastfood: Für mich absolut im Rahmen.

Mein vorgegebener Rahmen liegt übrigens bei ca. 2-4 kg Gewichtsverlust / Monat. Gewichtsverlust, nicht Fettverlust. 🙂

Aber selbst das ist nur ein grober Richtwert. Wenn ich mal in einem Monat etwas mehr oder weniger abnehme, bricht für mich natürlich keine Welt zusammen.

Stichwort: Flexibilität 🙂

Aber eine Frage ist noch offen:
Wieso hat bitte die fettfreie Masse abgenommen?!

Fettfreie Masse

Was ist das überhaupt?

koerperfettmesung-abnehmblog-analyse

*Ironie an* Ich habe hier mal ein Bild von mir raus gekramt, um es etwas besser zu verdeutlichen. *Ironie aus*

Fettfreie Masse – Dazu zählt Körpersubstanz, die nicht Körperfett ist. Also alles Andere als Fett.

  • Knochenmasse
  • Organe
  • Muskelmasse
  • Magen-, Blasen-, Darminhalt
  • Wasserhaushalt (intrazellulär/extrazellulär)
  • Glykogenspeicher

Nun, was ist neben dem Fett noch flöten gegangen?!

Des Rätsels Lösung

Knochenmasse abgenommen?

→ Äußerst unwahrscheinlich.

Organe abgenommen?

→ Äußerst unwahrscheinlich.

Muskelmasse abgenommen?

→ Unwahrscheinlich (aber theoretisch möglich).

Aufgrund der Tatsache, dass ich ein geringes Kaloriendefizit fahre, einen Eiweißkonsum von 2,5 – 3 g / kg Körpergewicht einhalte und zudem meine Kraftwerte steigern konnte.

Magen-, Blasen-, Darminhalt abgenommen?

→ Wahrscheinlich

Da kommen wir der Sache schon näher. Mageninhalt und Blaseninhalt ist vermutlich gleich oder sehr ähnlich geblieben. Denn, wie schon beschrieben, esse ich vor der Messung mindestens 12 Stunden nichts, trinke vorher nur sehr geringe Mengen und entleere vorher meine Blase.

Es bleibt aber noch der Darminhalt.

Durchaus ist es möglich, dass sich dieser reduziert hat. Zum Ende der Gewichtszunahme konnte ich mich dabei beobachten, bis zu 4 mal am Tag den Gang zur Toilette gesucht zu haben ..

Aktuell in der Gewichtsreduktion hat sich das auf ca. zwei Mal am Tag reduziert.

Immerhin esse ich aktuell in der Gewichtsreduktion über 1.000 kcal am Tag weniger, als zum Ende meiner Gewichtszunahme.

Die Wahrscheinlichkeit der Gewichtsabnahme durch Darminhalt:

Wasserhaushalt und Glykogenspeicher?

→ Sehr wahrscheinlich

Jetzt kommen wir zu der aus meiner Sicht logischsten Schlussfolgerung für den Verlust der fettfreien Körpermasse.

Was diese Glykogenspeicher genau sind und weshalb diese einen enormen Einfluss auch auf Gewichtsschwankungen haben können, habe ich in diesem Artikel ausführlich erläutert.

Glykogenspeicher
Kurz und knapp: Diese Speicher existieren in unserer Muskulatur und der Leber. Dort speichert der Körper Zucker (Glucose) in Form von Glykogen.

Die Speicher können bis zu 1.000 g Glykogen einspeichern. Glykogen bindet weiterhin Wasser, was teilweise enorme Gewichtsschwankungen durch den Verzicht auf Kohenhydrate bewirken kann (siehe Low-Carb Diäten: Oftmals viel Gewichtsverlust zu Beginn, aber dennoch wenig Fettverlust).

Und um es nicht unnötig in die Länge zu ziehen, vermute ich hier sehr stark den Grund für den fettfreien Gewichtsverlust.

Warum?

Einfluss der Glykogenspeicher auf die Körperfettmessung

Glykogenspeicher können sich bei Überangebot an Kohlenhydraten füllen. Im Grunde können sie sich auch füllen, wenn andere Makronährstoffe (Eiweiß, Fett) im Übermaß vorhanden sind.

Hauptsächlich passiert das, wenn insgesamt ein Kalorienüberschuss vorliegt.

Überschüssige Energie, die der Körper aktuell nicht benötigt, wird individuell bspw. in den Glykogenspeichern und/oder als Körperfett gespeichert.

Auf der anderen Seite können sich diese Speicher reduzieren, wenn der Körper Bedarf an Kohlenhydraten hat und diese nicht extern zugeführt bekommt.

Zwar kann der Körper auch aus Körperfett Zucker „herstellen“, dies ist aber ein für den Körper sehr komplexer und ineffizienter Stoffwechselprozess.

Je nach Art und Dauer der Belastung wird sich der Körper an den Glykogenspeichern der Muskulatur mehr oder weniger bedienen.

Übertragen auf meine Körperfettmessungen bedeutet das:

Am Ende der Gewichtszunahme war selbstverständlich ein absolutes Überangebot an Nährstoffen gegeben, denn ich wollte 1 – 2 kg jeden Monat zunehmen. Dazu musste ich mich drei Jahre hyperkalorisch, also mit Kalorienüberschuss ernähren.

Das bedeutet, die Glykogenspeicher waren eigentlich fast immer ziemlich gut gefüllt.

Bei der ersten Messung waren diese Speicher also Voll. Ergo: Mehr Körpergewicht durch volle Glykogenspeicher (und das dadurch gebundene Wasser).

Bei der zweiten Messung, also aktuell, sind 8 Wochen vergangen, in denen ich weniger Kalorien zu mir nehme, als der Körper benötigt (hypokalorische Ernährung). Also besteht ein Unterangebot an Nährstoffen.

Der Körper wird weniger Kohlenhydrate in Glykogenspeichern speichern. Sogar andersrum, er wird sich dort in bestimmten Belastungs-Situationen bedienen.

Ergo: Weniger Körpergewicht durch weniger volle Glykogenspeicher. Das musst nicht heißen, dass die Speicher komplett leer waren, sondern nur, dass sie nicht so voll waren, wie bei der ersten Messung. 😉

Alles in allem, ohne weiter auf Glykogenspeichern rum zu reiten (die gar nicht das Thema dieses Artikels sind), sehe ich hier den größten Einfluss auf den Verlust der fettfreien Masse.

Zum 50 kg Projekt

Zusammenfassung

Zusammenfassend bin ich mit dem prozentualen Verlauf des Körperfettanteils nicht ganz zufrieden.

Im Hinblick auf eine genaue Betrachtung der Körperfettmessung und dem Vergleich absoluter Werte (Fettverlust in Kilogramm) kann ich zufrieden sein – und bin es auch.

Nach wie vor ist es nicht mein Ziel, schnellstmöglich abzunehmen. Sondern mein Ziel ist es, so abzunehmen, dass es sich nicht wie eine Diät anfühlt. Nämlich ohne Ausdauersport, ohne Verzicht auf Kohlenhydrate (am Abend), ohne Verzicht auf Fastfood und Alkohol, ohne Clean Eating und vieles mehr.

Dass ich mich an diese Vorgaben halte, kannst du in den Social Media Kanälen ganz gut beobachten. Die Links dazu findest du ganz unten rechts. 🙂

Warum der Körperfettanteil prozentual nur so geringfügig weniger geworden ist, habe ich im letzten Abschnitt versucht, zu erklären. Ich bin mir sehr sicher, dass besonders die letzten drei Faktoren (Muskelmasse, Blasen- Magen- Darminhalt und Glykogenspeicher) den Verlust an fettfreier Körpermasse ergeben haben.

Umso gespannter bin ich natürlich auf die nächste(n) Messung(en). Die Spannung steigt von Messung zu Messung. 😉

Sobald die 3. Messung stattgefunden hat (voraussichtlich im Juli 2017), findest du einen weiteren Blogartikel hier: 3. Messung

Jetzt du 🙂

Mich würde interessieren, wie du den Verlauf des Projekts findest, bis hier hin.

Ist das für dich zu wenig Gewichtsverlust, zu viel oder genau richtig?

Was denkst du, hatte den größten Einfluss auf die Abnahme der fettfreien Körpermasse?

Hast du sonst irgendwelche Vorschläge oder Wünsche, auf die ich näher eingehen soll?

Über den Autor

Daniel Schröder ist 30 Jahre alt und der Gründer von caloright®. Er bloggt mit Leidenschaft über die Themen Ernährung, Abnehmen und Fitness. Daniel reizt es besonders, auch unkonventionelle Wege zu gehen und seinen Körper bewusst an Grenzen zu führen, um so die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche zu lenken. Mit seinem Abnehmblog möchte er Orientierungslosen, insbesondere nach gescheiterten Diäten, seinen Weg zeigen, um aus dem Ernährungs- und Diätlabyrinth hinaus zu finden. Er steht für eine langfristige und kontrollierte Gewichtsreduktion.

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