Wann soll man sich wiegen?

By Daniel Schröder | Abnehmen

Jan 02
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Eine Frage an dich: Wie oft wiegst du dich auf einer Personenwaage?

Vielleicht alle zwei Wochen mal, aber am liebsten eigentlich gar nicht.

Du kennst diesen Satz? Dann bist du nicht alleine, denn die meisten, denen ich diese Frage stelle, antworten so oder so ähnlich.

Warum dich dieses seltene Wiegen nicht weiter bringt und wie du deine Erfolge am besten misst, erkläre ich dir in diesem Artikel. 😉

Folgende Fragen möchte ich in diesem Artikel klären:

  1. Warum wiegen wir uns so ungern?
  2. Wann soll man sich wiegen? (Und wie oft?)
  3. Welche Hilfsmittel kann man außerdem zur Erfolgskontrolle nutzen?

 

1. Warum wiegen wir uns so ungern?

Wir alle meiden Situationen, die für uns unangenehm werden könnten. Vor allem dann, wenn wir selbst entscheiden können, ob wir uns bewusst dieser unangenehmen Situation aussetzen sollen, oder nicht.

Mit dieser Frage hängen aber weitere Fragen zusammen, nämlich, was genau und aus welchem Grund ist uns am Wiegen unangenehm?

Naja, an dieser Stelle brauche ich nicht weiter auszuholen, denn wir wissen alle, dass es unangenehm ist, der Realität ins Auge (aufs Display) zu sehen.

Es ist nicht der Weg zur Waage, der uns unangenehm ist. Es ist auch nicht die Zeit, die uns das Wiegen kostet.

Unangenehm ist einzig und allein die „Gefahr“, dass die Waage aktuell ein höheres Gewicht anzeigt, als beim letzten Wiegen.

Aber ergibt es wirklich Sinn, diese Tatsache auszublenden?

Der menschliche Organismus baut durchgehend auf und wieder ab. Das nennt sich Lipogenese und Lipolyse.

Beides sind Stoffwechselvorgänge im Körper, die stattfinden, ohne dass wir es bemerken.

Darüber hinaus nimmt der Körper auch jeden Tag an Gewicht zu, oder ab.

Das sind absolut normale Gewichtsschwankungen, die nicht unbedingt etwas mit Fettauf- und abbau zu tun haben müssen.

Es gibt verschiedenste Einflussfaktoren, die ich im Folgenden näher beschreibe.

Merke
Du nimmst jeden Tag zu und wieder ab, ohne dass du dabei Körperfett zu- oder abgenommen haben musst.

Kurzfristige Einflussfaktoren auf dein Körpergewicht

1. Magenfüllung, Darmfüllung, Blasenfüllung
2. Glykogenspeicher
3. Wasserhaushalt/Schweiß
4. Hormone
5. Alkohol

Allein diese Einflussfaktoren auf das Körpergewicht können zu wenigen Kilogramm Gewichtsschwankungen täglich führen.

Von diesen kurzfristigen, täglichen Gewichtsschwankungen abzugrenzen sind die folgenden, langfristigen Gewichtsschwankungen.

Langfristige Einflussfaktoren auf dein Körpergewicht

6. Muskelmasse
7. Körperfett

Man muss also in erster Linie lernen, diese Schwankungen zu verstehen und zu akzeptieren und nicht jede Gewichtszunahme sofort als „Ich werde fett“ zu werten.

Genau diese Fehlinterpretation führt nämlich zu den oben erwähnten, unangenehmen Situationen, die wir schlussfolgernd versuchen, zu meiden.

Erst wenn du dazu in der Lage bist, kannst du auch aus dem Gewichtsverlauf etwas lesen, nämlich Tendenzen. Vorher ist es einfach nur ein konzeptloses Unterfangen, das einen mächtig deprimieren und demotivieren kann.

Merke
Unser Körpergewicht schwankt jeden Tag, ganz egal ob wir zunehmen, oder abnehmen. Es macht wenig Sinn, diese Tatsache auszublenden!

1. Magenfüllung, Darmfüllung, Harnblasenfüllung

Da sind wir auch schon bei dem Grund, warum man sich immer im gleichen Zustand wiegen sollte.

Es leuchtet ein, dass es einen Unterschied macht, ob die Harnblase nach dem Toilettengang am Morgen fast leer, oder nach dem Trinken von bspw. einem halben Liter Wasser deutlich voller ist.

Laut Wikipedia beträgt die maximale Füllmenge der Harnblase zwischen 900 und 1500 ml. So kann allein durch den Füllstand der Harnblase ein Gewichtsunterschied von einem Kilogramm zustande kommen.

2. Glykogenspeicher

Über Glykogenspeicher verfügt jeder Mensch. Diese Speicher befinden sich in der Leber und der Muskulatur und deponieren Kohlenhydrate in Form von Glykogen.

Die Speicherkapazität ist durchaus unterschiedlich, abhängig von Trainingsstand/Muskelmasse.

Bis zu 600 g Glykogen (selten auch bis zu 1000 g) kann so eingespeichert werden, aber das ist noch nicht alles.

Glykogen hat die Eigenschaft, Wasser zu binden (bei entsprechender Flüssigkeitszufuhr).

So kann 1 g Glykogen 2,7 ml Wasser binden, was den Einfluss durch Glykogenspeicher auf das Körpergewicht fast verdreifacht.

3. Wasserhaushalt/Schweiß

Der Wasserhaushalt kann sich auch in kürzester Zeit extrem verändern.

Denken wir nur an Sport und das damit meistens verbundene Schwitzen. Der Schweiß, der dabei aus den ekkrinen Drüsen tritt, kann bei Erwachsenen bis zu 4 Liter pro Stunde und am Tag bis zu 14 Liter betragen.

Wenn du also 2 Stunden auf dem Laufband verbracht und dabei an Gewicht abgenommen hast, dann muss ich dir an dieser Stelle leider die Hoffnung nehmen, dass es sich dabei um Körperfett handelt. 🙁

Doch nicht nur beim Sport, sondern auch tagsüber und nachts im Schlaf verliert man mal mehr und mal weniger Gewicht durch das Schwitzen.

4. Hormone

Hormone können einen nicht unwesentlichen Einfluss auf unser Körpergewicht haben, sowohl beim Mann, als auch insbesondere bei der Frau.

Beispielsweise kann durch Stresshormone, wie Cortisol (nicht verwechseln mit Cortison) eine Gewichtsänderung stattfinden.

Eine Diät kann genau so ein Auslöser für die vermehrte Ausschüttung dieses Hormons sein, wie auch ein chronisch stressiger Alltag.

Bei Frauen gibt es noch die Besonderheit, dass der Monatszyklus durch die Veränderung des Wasserhaushalt einen nicht unwesentlichen Einfluss auf das Körpergewicht hat.

5. Alkoholwann-soll-man-sich-wiegen

Als wäre das alles nicht genug, hat auch noch Alkohol einen Einfluss auf das Körpergewicht, nämlich durch seine entwässernde (dehydrierende) Wirkung.

Das bedeutet also nicht, dass wir durch Alkohol Körperfett abnehmen.

Du wirst vermutlich etwas häufiger auf Toilette laufen, aber damit ist der Zauber auch vorbei.

Bitte an dieser Stelle keine falschen Hoffnungen 😉

6. Muskelmasse

Kommen wir zu den Faktoren, die weniger Einfluss auf die täglichen Gewichtsschwankungen haben, sondern mehr in einer langfristigen Betrachtung.

Durch Muskelverlust nehmen wir logischerweise ab und durch Muskelzuwachs nehmen wir zu.

Allein hier merkst du schon, dass Gewichtszunahme nicht immer negativ zu bewerten ist. Muskelmassezuwachs ist alles Andere als schlecht.

Außerdem siehst du, dass Körpergewichtsverlust nicht immer positiv ist. Wenn du Gewicht abgenommen hast, kann es sein, dass du mehr Muskelmasse als Fettmasse verloren hast.

Das ist in den meisten Fällen genau das Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen.

7. Körperfett

Körperfett ist genau das, was wir eigentlich loswerden wollen. Hier ist es anders als bei der Muskelmasse, denn den Körpergewichtsverlust durch Fett sollten wir anstreben und die Gewichtszunahme durch Fett hingegen vermeiden.

Die Zu- oder Abnahme von Körperfett wird allerdings keine täglichen Auswirkungen von einem oder mehr Kilogramm haben.

Für dich ist wichtig zu behalten, dass diese kurzfristigen Gewichtsschwankungen nicht vom Körperfett herrühren.

2. Wann soll man sich wiegen? (Und wie oft?)

Meine Meinung ist ganz klar. Im Laufe der Gewichtsreduktion sollte man sich möglichst jeden Tag wiegen.

Viele raten zwar dazu, sich selten zu wiegen, weil man so diese täglichen, verwirrenden Gewichtsschwankungen ausblendet. In Wahrheit ist es aber genau andersrum.

Ich zeige dir mal ein Bild, auf dem du einen Ausschnitt vom Gewichtsverlauf einer meiner Diäten siehst.

Ich wiege mich seit über vier Jahren täglich. So also auch in dieser Diät.

Und so sieht das dann aus:

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Du erkennst, dass trotz der täglichen Schwankungen ein Trend (Gewichtsreduktion) zu erkennen ist.

Du siehst auch, dass die Gewichtsschwankungen in einem Bereich von bis zu einem Kilogramm recht volatil sind. Aber was du auch siehst, ist, dass ich nie mehr als drei Tage das selbe Gewicht hatte.

Ich möchte dir kurz erklären, warum das Wiegen bspw. nur einmal in der Woche oder alle zwei Wochen weniger sinnvoll ist.

Du siehst in dem Diagramm zwei rot markierte Punkte. Der Abstand dazwischen ist genau eine Woche, also 7 Messungen (Mo-So).

Hätte ich mich nicht jeden Tag gewogen, sondern nur einmal pro Woche, beispielsweise an diesen beiden rot markierten Tagen, hätte ich davon ausgehen müssen, dass ich an Körpergewicht zugenommen habe.

Schlussfolgernd wäre ich 1. furchtbar demotiviert und hätte 2. vermutlich die Kalorienmenge weiter reduziert, oder den Gesamtumsatz durch Sport erhöht. Und das völlig unnötiger Weise.

Dadurch, dass ich mich jeden Tag gewogen habe, konnte ich einen Abwärtstrend schon mit dem bloßen Auge erkennen.

Das gleiche Spiel beim Wiegen, alle zwei Wochen. Sieh dir dazu in dem Diagramm oben die beiden dunkelblauen Punkte an.

Der Abstand dazwischen beträgt zwei Wochen. Auch da hätte ich davon ausgehen müssen, dass ich in den zwei Wochen zugenommen habe – was ich dank der täglichen Messungen widerlegen konnte.

Diese vermeintliche Gewichtszunahme nach 2 Wochen auf der Waage abzulesen, wäre für viele ein Schlag ins Gesicht und würde vermutlich das Ende der „Diät“ bedeuten. Und das, obwohl man abgenommen hat!

Merke
Ein Gewichtsverlauf macht nur in der Langzeitbetrachtung Sinn. Aber auch nur dann, wenn es genügend Reverenzpunkte (Messungen) gibt.

Mit zwei Messungen im Monat kann ich nicht ernsthaft versuchen, eine Tendenz zu erkennen und mich auf diese auch noch zu verlassen.

Mit 30 Reverenzpunkten im Monat nimmt der Gewichtsverlauf einen deutlich aussagekräftigeren Stellenwert ein.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass das unangenehme Gefühl, die Körperwaage zu benutzen, verschwindet. Das wird quasi zu einer Routine am Morgen, die weniger als 30 Sekunden Zeit in Anspruch nimmt.

Gewichtsverlauf als Zahl

Wenn du den Abwärtstrend in Form einer Zahl darstellen möchtest, ist es am sinnvollsten, mit dem Wochendurchschnitt zu arbeiten.

Du hältst auf diese Weise also nicht die täglichen Gewichtsangaben nebeneinander, sondern immer den Durchschnitt einer Woche mit dem Durchschnitt der nächsten Woche.

Mit dieser Methode erhältst du schon einen realistischeren Eindruck, der allerdings auch nicht 100 % genau ist.

So berechnest du den Wochendurchschnitt:

1) Wiege dich 7 Tage (bspw. von Montag bis Sonntag)
2) Addiere die täglichen Gewichtsangaben
3) Teile das Ergebnis durch 7

Beispiel
Montag: 85 kg
Dienstag: 85,3 kg
Mittwoch: 85,4 kg
Donnerstag: 84,9 kg
Freitag: 85,1 kg
Samstag: 85,1 kg
Sonntag: 85,5 kg

Wochengewicht = 596,3 kg

Wochendurchschnitt: 596,3 / 7 = 85,2 kg

Warum sagen viele, man soll sich selten wiegen?

Viele verstehen die täglichen Gewichtsschwankungen nicht und möchten anderen dieses unangenehme Gefühl, die Körperwaage zu benutzen, ersparen.

Klar, wenn man Gewichtsschwankungen nicht versteht und diese mit Fettaufbau und Fettabbau gleichsetzt, dann wird man nach wenigen Tagen verzweifeln.

Aus diesem Grund benutzen viele die Körperwaage in extrem großen Zeitabständen, denn so kann man sich die täglichen Schwankungen ersparen und sind wir ehrlich, wenn man sich nur einmal im Monat wiegt, wird das Gewicht schon deutlich mitteilen, ob man zu- oder abgenommen hat – so glaubt man.

Das mag wohl sein. Dennoch kann es sein, dass das Gewicht sogar nach einem Monat einen völlig falschen Eindruck erweckt. Anpassungen in der Ernährung oder dem Gesamtumsatz können erst viel zu spät und dann auch noch nur sehr unpräzise erfolgen.

Und wenn man ganz viel Pech hat, zeigt die Waage nach einem Monat mehr Gewicht an, als bei der letzten Messung, obwohl man abgenommen hat.

Ich bin ein Freund davon, die Realität zu betrachten und zu verstehen. Es bringt nichts, Tatsachen auszublenden, weil es bequemer ist, und/oder weil man die Zusammenhänge in der Realität nicht versteht.

Ein kleiner Vergleich

Ich vergleiche diesen Zusammenhang gerne mit dem Onlinebanking.

Stell dir vor, du würdest nur ein mal im Monat dein Guthaben prüfen. Du wüsstest so nicht, welche Zunahmen oder Abnahmen auf dem Konto stattgefunden haben.

Du kannst nicht planen, wie viel Guthaben dir noch zur Verfügung steht, du kannst nur Anpassungen unternehmen, wenn es eigentlich zu spät ist, weil beispielsweise das Konto bereits leer ist.

Wie soll man Anpassungen für den nächsten Monat treffen, wenn man keinen Überblick über die vergangenen Umsätze hat? Fast unmöglich!

Sieh‘ der Wahrheit ins Auge. 😉

Das morgendliche Wiegen, inkl. Eintragung in das Gewichtstagebuch kostet mich maximal 30 Sekunden.

Mit diesen 30 Sekunden Aufwand am Tag erhalte ich eine wunderbare, lückenlose Übersicht, die mich in meinen Zunehm- oder Abnehmphasen enorm unterstützt.

Wie soll man sich wiegen?

Du hast oben gelesen, dass es einige Einflussfaktoren auf das Körpergewicht gibt. Damit dies beim Wiegen nicht zu kompliziert wird, ist es wichtig, einige Aspekte selbst zu beeinflussen.

So solltest du dich immer im gleichen Zustand wiegen. Nicht heute mal morgens nach dem Frühstück, morgen mal abends, mal mit Klamotten und mal ohne.

Ich empfehle dir folgende Situation beim Wiegen, die ich seit Jahren selbst anwende:

Wiege dich direkt morgens, nach dem Aufstehen, nach dem Toilettengang und vor dem Essen/Trinken. Die Kleidung dabei auf das Minimum begrenzen.

Du wirst merken, dass sich das Körpergewicht trotz der mannigfaltigen Einflussfaktoren nicht um etliche Kilogramm täglich verändert. Es ist also nicht so, dass du morgen im gleichen Zustand 4 kg mehr oder weniger wiegen wirst, als heute. Dazu wären einige bewusste Maßnahmen notwendig.

Natürlich kannst du es schaffen, morgen einige Kilogramm weniger zu wiegen, als heute, indem du die Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr auf ein Minimum reduzierst, extremes Schwitzen durch stundenlanges Ausdauertraining provozierst, usw. . Sinn macht das selbstverständlich weniger.

Ausmaß der Gewichtsschwankungen

Was das Ausmaß der Gewichtsschwankungen betrifft, kann ich dir meine Erfahrungen der letzten mehr als vier Jahre, also über 1500 Messungen, wie folgt beschreiben.

Egal ob ich in der absoluten Diät, in einem extremen Kaloriendefizit mit 74 kg oder im absoluten Aufbau mit über 120 kg unterwegs bin.

Egal ob mit Sport oder ohne Sport, im Sommer oder im Winter, war meine höchste tägliche Gewichtsschwankung bei ca. 1,5 kg.

Normal sind aber Schwankungen von wenigen hundert Gramm.

Die längste gleiche Messung betrug 3 Tage. Das waren die einzigen Messungen, bei denen ich hintereinander exakt das gleiche Gewicht hatte.

Das soll nur wieder verdeutlichen, dass Schwankungen zu 99 % die Regel sind.

Also gut.

Halten wir fest: Du musst dich ab morgen bis zu deinem Lebensende jeden Tag wiegen. Wenn du nur einen Tag auslässt, ist leider alles vorbei. 😉

Natürlich nicht!

Aber mal im Ernst.

Wahrscheinlich fragst du dich, wie du das überhaupt durchziehen sollst. Was ist im Urlaub? Bis wann soll man sich jetzt jeden Tag wiegen? Was ist, wenn einzelne Tage mal ausfallen, weil es zeitlich nicht möglich war?

Ganz so schlimm ist es auch wieder nicht. Wenn du dein Zielgewicht/Normalgewicht erreicht hast und dieses kontrolliert, in einem gewissen Rahmen halten kannst, ist es auch kein Problem mehr, das Wiegen seltener einzuplanen.

Im Urlaub, auf Reisen oder in anderen Situationen ist es völlig in Ordnung, das Wiegen ausfallen zu lassen.

Du brauchst also deine Waage nicht überall mitzuschleppen. 😉

Wichtig ist, dass es möglichst viele Messungen gibt. Wenn du allerdings im Urlaub bist, dann genieße den Urlaub, denke nicht ans Wiegen und mache im Anschluss an den Urlaub direkt wieder motiviert weiter (auch wenn die Waage dann ein paar Gramm mehr anzeigt). 🙂

3. Welche Hilfsmittel kann ich außerdem zur Erfolgskontrolle nutzen?

Wir wissen nun, dass die Körperwaage, wenn sie täglich im gleichen Zustand benutzt wird, auf Dauer nützliche Informationen liefern kann.

Sicher kennst du diese tollen Multifunktions-Waagen, die Körpergewicht, Muskelmasse, Knochenmasse und Fettmasse, sowie Körperfettanteil und Wasserhaushalt anzeigen.

Klingt gut, oder?

Dann brauchen wir ja eigentlich die mehrere tausend Euro teuren professionellen Geräte nicht mehr, die in wissenschaftlichen Untersuchungen zum Einsatz kommen.

Der sarkastische Unterton ist natürlich gewollt. 🙂

Die Nutzung solcher Geräte ist nicht einfach und die Messergebnisse nicht genau genug.

Zu dem Thema Körperfettwaagen habe ich bereits einen Artikel geschrieben. Ließ dir diesen auch gerne bei Gelegenheit durch.

Das beste Setting, um definitiv gar keinen Überblick mehr zu behalten, ist eine Multifunktions-Waage, die 10 verschiedene Werte angeben kann und diese dann unregelmäßig und in einer unterschiedlichen körperlichen Verfassung zu nutzen.

Dann kannst du deinen Gewichtsverlauf auch direkt würfeln.

Grundsätzlich halte ich die Bioimpedanz-Methode, die in diesen Waagen zum Einsatz kommt, nur in absolut professionellen Umgebungen für einigermaßen aussagekräftig.

Besonders meine ich die Version der Waagen, bei denen nur 2 Kontaktstellen, nämlich für die Füße existieren.

Wir wissen, dass Strom den Weg des geringsten Widerstands wählt. Mit dieser Methode wird also ein relevanter Großteil unserer Körpermasse gar nicht in die Messung einbezogen.

Aber selbst die teureren Modelle, zu denen neben den Kontakten für die Füße noch Kontakte für die Hände existieren (4-Punkt-Messung), geben keine Werte aus, auf die man sich 100 % verlassen sollte.

Ich empfehle dir statt dessen eine ganz einfache, preiswerte Körperwaage, die nur das Körpergewicht anzeigt.

Weitere Hilfsmittel neben der richtigen Waage

Wir sollten also neben der Körperwaage noch weitere Hilfsmittel nutzen, um die Gewichtsentwicklung besser einschätzen zu können.

Beispielsweise können wir mit einem Maßband sämtliche Körpermaße messen (wie Bauchumfang und Hüftumfang).

Ansonsten helfen Caliper und nicht zuletzt eigene Bilder.

Das eigene Spiegelbild täglich zu inspizieren macht allerdings weniger Sinn. Dadurch dass tägliche Veränderungen so minimal sind, dass man sie nicht erkennt, wird einen das stundenlange Posieren vor dem Spiegel nicht wirklich weiterbringen.

Merke
Die optimale Lösung ist, sich täglich zu wiegen, wöchentlich Umfänge zu messen und Fotos zu machen.

Wenn du möchtest, kannst du noch einen Caliper dazu nehmen, um das ganze abzurunden.

Besonders schwierige Situationen

Es gibt Situationen, die die Interpretation des Körpergewichts sehr schwierig gestalten.

Ein Beispiel sind Männer und Frauen, die zum ersten Mal mit dem Muskelaufbau und entsprechendem Gewichtetraining beginnen.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Person bei entsprechender Ernährungsweise, trotz leichtem Kaloriendefizit und tatsächlichem Körperfettverlust auf der Waage nicht abnimmt.

Auch hier halte ich es für ganz wichtig, sich täglich zu wiegen, um auszuschließen, dass es sich um Messungen handelt, die zufällig genau das Gegenteil von dem vermuten lassen, was Tatsache ist.

Eine ganz wichtige Rolle nehmen hier neben der Personenwaage das Maßband und Fotos ein. Mit dem Maßband könnten körperfettrelevante Zonen, wie beispielsweise der Bauch oder die Hüfte und Oberschenkel gemessen werden.

Bei Männern kann das Training anfangs, im untrainierten Status, einen sehr deutlichen Einfluss auf das Körpergewicht haben. Dennoch wird meist der Anteil von Körperfett, den man verliert, höher sein, als der Anteil von Muskelmasse, den man aufbaut.

Das Selbe gilt für Frauen. Untrainierte Frauen, die mit dem Gewichtetraining beginnen und abnehmen möchten, könnten durch gleichbleibendes Gewicht verwirrt werden.

Allerdings ist bei Frauen die Zunahme an Muskelmasse eher gering, sodass durch Muskelzuwachs und gleichzeitiger Diät kaum eine Gewichtszunahme zustande kommen würde.

Zusammenfassung

Du merkst, dass es eine Menge von Einflussfaktoren auf das Körpergewicht gibt. Es kann durchaus sein, dass man Körperfett abgenommen hat, aber durch einen oder mehrere Einflussfaktoren an Gewicht zugenommen hat. Vielleicht bleibt das Gewicht aber auch gleich.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Dieses unangenehme Gefühl, sich auf die Waage zu stellen wird mit der Zeit immer geringer, wenn man beginnt, sich täglich zu wiegen.

Wenn du es schaffst, völlig unbeeindruckt und mit der Zeit aus Gewohnheit die Waage zu benutzen, dann bist du einen riesen Schritt weiter und der Grundstein ist gelegt, die Ernährung anzupassen und die Gewichtsreduktion auch mit weiteren Hilfsmitteln zu dokumentieren und zu analysieren.

Meine Tipps für dich:

  • Fange an, dich täglich zu wiegen
  • Notiere dein tägliches Gewicht
  • Berechne den Wochendurchschnitt
  • Nutze während der Reduktionsphase neben der Waage auch ein Maßband und mache regelmäßig Bilder

Bedenke:

  • Tägliche Gewichtsschwankungen sind normal
  • Tägliche Gewichtsschwankungen kommen aus unterschiedlichen Gründen zustande
  • Normal sind Gewichtsschwankungen von bis zu mehreren hundert Gramm täglich
  • Tägliche Gewichtsschwankungen sagen nicht viel über deinen Fettverlust, bzw. -Aufbau aus

Was du letztendlich aus den gewonnenen Informationen machen kannst und wie sie deine Ernährungsweise beeinflussen sollen, damit du dein Zielgewicht erreichst, erfährst du in Kürze in einem weiteren Artikel. 🙂

Jetzt du!

Welche Erfahrungen bzgl. der Gewichtschwankungen hast du beim Wiegen machen können?

Wie oft wiegst du dich?

Oder hast du deine Waage bereits aus deiner Wohnung verbannt? 😉

Über den Autor

Daniel Schröder ist 30 Jahre alt und der Gründer von caloright®. Er bloggt mit Leidenschaft über die Themen Ernährung, Abnehmen und Fitness. Daniel reizt es besonders, auch unkonventionelle Wege zu gehen und seinen Körper bewusst an Grenzen zu führen, um so die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche zu lenken. Mit seinem Abnehmblog möchte er Orientierungslosen, insbesondere nach gescheiterten Diäten, seinen Weg zeigen, um aus dem Ernährungs- und Diätlabyrinth hinaus zu finden. Er steht für eine langfristige und kontrollierte Gewichtsreduktion.

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(2) comments

Marc Weida 18. Oktober 2017

Hallo Daniel,
in deinem sehr informativen Artikel sind deine Bemerkungen über Ausmaß und Ursachen täglicher Gewichtsschwankungen aus meiner Sicht besonders nützlich und verständlich aufbereitet.
Auch ich bin überzeugt, dass sehr viele Leute durch diese Schwankungen in regelrechte Verzweifelung geraten und ihre Ziestellung abzunehmen dabei aus dem Auge verlieren. Ich unterstütze deine Forderung,sich täglich zu wiegen. Erfasst man die so entstehenden Meßreihen, steht ein vielseitiges Werkzeug zur Verfügung.Erfasst man noch die dazu gehörigen Kalorien,lassen sich sinnvolle Ziele und Vorgaben für ein Kalorienbudget erarbeiten und kontrollieren.Verwendet man eigene Meßwerte in ausreichend großer Zahl, sind einige individuelle, von der Person abhängige Gegebenheiten und Voraussetzungen bereits berücksichtigt. In meinem Blog marcweida.blog versuche ich zur Zeit ebenfalls einiges Zahlenmaterial zu sammeln und auszuwerten.Als Diabetiker sind dabei noch einige andere Aspekte bzw. Einflüsse zu beachten. Sehr sinnvoll ist auch dein Hinweis zum Nutzen diverser Körperfett-Waagen außerhalb eines professionellen Umfelds.Das wir hinsichtlich des kommerziellen Diät – Wahnsinns wohl übereinstimmen, dürfte nicht verwundern.

Grüße von Marc aus Berlin

Reply
    Daniel Schröder 22. Oktober 2017

    Hallo Marc,

    danke für deinen Kommentar! Es ist tatsächlich so, dass viele Menschen aufgrund der Fehlinterpretation ihres Körpergewichts, das zu allem Übel oftmals auch nur wöchentlich gemessen wird, völlig das Ziel aus den Augen verlieren und nicht nur das, sondern sich auch demotivieren lassen und frühzeitig die Gewichtsreduktion beenden.

    Ich habe auf deinem sehr interessanten Blog gesehen, dass auch du dich täglich wiegst und sogar weitere Daten auch hinsichtlich Diabetes täglich aufnimmst – Respekt dafür! Dann bin ich ja mit dem Wiegen nicht alleine. 😉

    Alles Gute und viel Erfolg weiterhin für dein Projekt!

    Liebe Grüße nach Berlin

    Daniel

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