Was bedeutet der BMI?

By Daniel Schröder | Abnehmen

Feb 03
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BMI? Was ist das und was kann das?!

Sicher hast du schon mal davon gehört. Vermutlich aber in einer Situation, die weniger erfreulich war.

Vielleicht hat dein Arzt schon mal zu dieser Klassifikation gegriffen, wenn er dich bezüglich eines möglichen Übergewichts aufklären wollte.

Dabei hat er dir eine Zahl um die Ohren geworfen, mit der du im ersten Moment nichts anfangen konntest.

Mit diesem BMI-Wert wollte er dich darauf hinweisen, dass sich dein Körpergewicht vielleicht jetzt schon in einem riskanten Level befindet.

Wenn du dich fragst, was genau hinter diesem BMI steckt, wie man diesen Wert berechnet und wie viel Vertrauen man dieser Klassifikation schenken sollte, bist du hier genau richtig 🙂

Was bedeutet der BMI?

BMI ist die Abkürzung für den Begriff Body-Mass-Index. Ins Deutsche übersetzt: Körpermasseindex.

Mit dem BMI hat man ein Modell ins Leben gerufen, mit dem das Körpergewicht eines Menschen klassifiziert werden kann.

Salopp ausgedrückt wird damit die Frage beantwortet: Bist du dick, dünn oder „normal“?

Bei der Berechnung wird das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße eines Menschen gesetzt.

Zwischen Geschlechtern wird übrigens kein Unterschied gemacht. Auch wird der Körperbau und die Muskulatur in dieser Berechnung nicht berücksichtigt.

Die Aussagekraft ist demnach eingeschränkt. Mehr dazu weiter unten.

Es gibt mittlerweile verschiedene Variationen, bzw. Weiterentwicklungen des BMI. Darunter auch solche für Kinder oder Menschen mit Amputation.

Basis zur Berechnung des BMI ist allerdings die durch die WHO (World Health Organization) vorgegebene Klassifizierung.

Der berechnete BMI-Wert kann demnach in verschiedene Segmente fallen, wie du in der Tabelle unten siehst.

Laut WHO sehen die Stufen des Body-Mass-Index wie folgt aus:

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Wo wird der BMI eingesetzt?

Der BMI wird grundsätzlich da eingesetzt, wo das Thema Gewicht, bzw. Übergewicht oder auch Untergewicht auf den Tisch kommt. Das kann jede erdenkliche Situation sein, häufig aber in folgenden Situationen.

Ärzte benutzen diesen Wert, um sich ein grobes Bild von der körperlichen Verfassung eines Patienten zu machen. Das heißt nicht, dass der BMI jetzt ein Blutbild ersetzt. Mehr als einen groben Überblick kann dieser Wert auch einem Arzt nicht bieten.

Auch wird im Rahmen der Ernährungsberatung mitunter zu dem BMI gegriffen.

Nicht zuletzt findet der BMI selbstverständlich auch Anwendung in der eigenen Recherche und Selbsteinschätzung. So, wie du dich grad erkundigst, indem du diesen Artikel ließt 😉

BMI berechnen

Der BMI wird mit einer recht einfachen Formel berechnet. Du siehst die Formel unten, auf dem Bild.

Die Formel zur Berechnung des BMI sieht wie folgt aus:

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Du kannst deinen BMI also problemlos selbst berechnen, ohne dabei auf einen Online-Rechner zurückgreifen zu müssen 😉

Das möchte ich dir aber ersparen, weil du sicher auch keine Zeit zu Verschenken hast.

Wenn du jetzt deinen BMI berechnen möchtest, kannst du dies auch gerne mit diesem Rechner tun:

Powered by YAZIO

Welcher BMI-Wert ist normal?

Um diese Frage zu beantworten, nehme ich noch mal die Tabelle von oben zur Hilfe.

Der Normalbereich liegt also in einem BMI-Bereich zwischen 18,5 und unter 25.

Nimm einfach den Wert aus dem Rechner oben und schau mal, in welchem Bereich du landest.

Mein aktueller BMI liegt übrigens um die 36 (1,86 m und 123,5 kg).

Das würde bedeuten: Adipositas Grad II.

Aber sollten wir diesem Wert nun ausnahmslos Vertrauen schenken? Nicht unbedingt!

Warum, erfährst du weiter unten 😉

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Was sagt der BMI wirklich aus?

Der BMI ist ein recht umstrittenes Konstrukt. In der Praxis wird allerdings nach wie vor mit diesem Wert gearbeitet. Du wirst also auch in Zukunft weiter auf diesen Wert stoßen und solltest wissen, wie genau du ihn interpretieren musst.

Eine 100%ig genaue Einschätzung ist mit dem BMI natürlich nicht möglich. Dafür ist der BMI viel zu einfach aufgebaut und blendet dabei, wie eingangs erwähnt, einige wichtige Parameter aus.

Als Beispiel sei hier die Muskulatur genannt, die einen besonderen Einfluss auf das Körpergewicht hat. Muskelmasse wiegt nämlich mehr als Fettmasse.

Aber davon abgesehen ist eine exakte Einordnung meist gar nicht das Hauptziel, weshalb man zum BMI greift.

Es wurden über Jahre zahlreiche Menschen anhand dieser Methode klassifiziert und auf diese Weise ließ sich die körperliche Verfassung bisher immer binnen Sekunden ganz grob einschätzen.

Darin stecken die Stärken dieses Systems. Nämlich in der Geschwindigkeit der Berechnung.

Für eine grobe Einschätzung ist der BMI also sicherlich förderlich und hat in diesem Nutzungsumfang seine Daseinsberechtigung. Jedoch nur, wenn man sich den Kontext, also die Körperzusammensetzung, ebenfalls anschaut.

Ganz wichtig ist deshalb immer die Interpretation des BMI-Wertes, wie du an folgendem Beispiel nachvollziehen kannst.

Ein kleines Beispiel

100 kg sehen nicht bei jedem Menschen gleich aus.

Wenn wir zwei Männer (A und B) mit einer Größe von 1,80 m vergleichen, wäre folgendes Szenario denkbar:

  • Mann A hat bei 100 kg Körpergewicht einen Körperfettanteil von 35 %
  • Mann B hat bei 100 kg einen Körperfettanteil von nur 10 %
  • Person A besitzt demnach einen Fettanteil von 35 kg
  • Person B besitzt einen Fettanteil von 10 kg

Beide Personen bringen das gleiche Gewicht auf die Waage. Und beide haben einen BMI von 30, also Adipositas Grad I.

Adipositas bei einem KfA von 10 %?! Völlig gegensätzlich!

Du erkennst sicher selber, dass sich hier bereits die Grenzen dieser Methode zeigen.

Nur auf die Zahl selbst, die der BMI ausspuckt, sollte man sich deshalb nie verlassen.

Es ist immer erforderlich, wie bereits erwähnt, den Kontext zu betrachten. Dazu gehört, den Anteil der Muskulatur einzuschätzen.

Bei Frauen verfälscht die Muskulatur weniger das Ergebnis, weil Frauen grundsätzlich wenig(er) Muskulatur aufbauen.

Bei Männern hingegen kann es zu enormen Verfälschungen kommen, sodass der BMI seine Aussagekraft gänzlich verliert.

Ich empfehle dir, den BMI einfach mal zu berechnen und mit dessen Hilfe ein ganz grobes Bild zu erhalten. Schenke diesem Wert aber nicht zu viel Aufmerksamkeit und mache dich vor allem nicht direkt verrückt.

Du solltest statt mit dem BMI zu arbeiten, eher mit dem Körperfettanteil (KfA) arbeiten. Dieser lässt sich deutlich genauer bestimmen.

Es gibt dafür verschiedene Methoden, die ich bald in einem separaten Artikel zusammenfassen werde. Eine Möglichkeit ist die Nutzung einer Körperfettwaage. Dieser sollte man aber ebenfalls nicht zu viel Vertrauen schenken. Warum, erfährst du hier.

Zusammenfassung

BMI hin, BMI her, an ihm kommen wir leider nicht vorbei. Ständig wird man uns auf unseren BMI-Wert hinweisen, wenn man uns unser Übergewicht ansieht.

Für eine grobe Einschätzung, die vor allem möglichst schnell geht, ist der BMI ein Instrument, das man nutzen kann, aber mit Bedacht!

Wie du an dem Beispiel in diesem Artikel sehen konntest, können teils enorme Verfälschungen auftreten. Der Grund dafür ist, dass in den Body-Mass-Index keine weiteren Parameter, neben Körpergewicht und Größe, betrachtet werden.

Wie du gelernt hat, ist ganz besonders der Aspekt der Muskelmasse ein Parameter, der nicht beleuchtet wird, aber wesentlichen Einfluss auf die Interpretation hat (oder eher: haben sollte).

Für dich gilt: Berechne einfach mal den BMI für dich, falls er dich interessiert. Du solltest aber immer im Hinterkopf behalten, dass der Körperfettanteil wesentlich aussagekräftiger ist, wenn es um die Frage geht, wie viel man abnehmen möchte/muss.

Wenn du eher untrainiert bist, solltest du dir hingegen den BMI tatsächlich zu Herzen nehmen und versuchen, im Bereich des Normalgewichts zu landen. Möglichst mit einer langfristigen und nachhaltigen Ernährungsanpassung.

Damit du das schaffst, gibt es diesen Blog 😉

Übrigens: Mit welchen Methoden du deinen Körperfettanteil am besten berechnest, erfährst du bald in diesem Artikel.

Jetzt du!

Konnte ich dir mit diesem Artikel zum Thema BMI weiterhelfen?

Was ist deine Meinung zum BMI?

In welchen Situationen wurdest du schon mit dem BMI konfrontiert?

Über den Autor

Daniel Schröder ist 30 Jahre alt und der Gründer von caloright®. Er bloggt mit Leidenschaft über die Themen Ernährung, Abnehmen und Fitness. Daniel reizt es besonders, auch unkonventionelle Wege zu gehen und seinen Körper bewusst an Grenzen zu führen, um so die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche zu lenken. Mit seinem Abnehmblog möchte er Orientierungslosen, insbesondere nach gescheiterten Diäten, seinen Weg zeigen, um aus dem Ernährungs- und Diätlabyrinth hinaus zu finden. Er steht für eine langfristige und kontrollierte Gewichtsreduktion.

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(2) comments

Marc Weida 18. Oktober 2017

Hallo Daniel,
mir gefällt an deinen Beiträgen, dass die vielfach übliche Verabsolutierung einzelner Fakten und Aspekte infrage gestellt wird. Erst sorgfältige Differenzierung ermöglicht eine sachliche Diskussion und ein wirkliches Verständnis.
Der BMI kann natürlich helfen. Zum Beispiel, sich ein Ziel zu setzen. In einer Milestone-Übersicht, die in meinem Abnehmprojekt eine wichtige Rolle für die laufende Motivation spielt, stellte z.B. die Grenze „<30 BMI" eine wichtige Größe dar. Das Ziel meines Projektes definiert sich, neben anderen Vorgaben, durch "BMI < 25" als Synonym für "Normalgewicht".In meinem Fall steht diese Grenze für < 75 kg.
Dein Blog zum Thema ist der erste, den ich als "Aufklärungsmedium" unbedingt empfehlen kann, was durch die professionelle Darstellung unterstützt wird.

Gruß von Marc aus Berlin

Reply
    Daniel Schröder 22. Oktober 2017

    Hallo Marc,

    vielen Dank! Ich bin kein Freund von Schwarz-Weiß-Denken und versuche dies und meine dennoch klare Meinung auch in meinen Blogartikeln zum Ausdruck zu bringen. Es freut mich sehr, dass dir das positiv auffällt.

    Der BMI kann durchaus nützlich sein, wenn man weiß, diesen genau zu interpretieren. Für eine Einschätzung „Bin ich übergewichtig oder Normalgewichtig“ ist es schwierig für jeden anzuwenden. Aber als Werkzeug und Kontrollinstrument ausgehend von einem zu Beginn festgelegten Wert kann dieser derart nützlich sein, als dass man ein Ziel festlegen kann und durch die Formel berechnen kann, ob man sich diesem Ziel nähert. Ebenso wie das Körpergewicht oder Körperumfänge. 🙂

    Dein letzter Absatz haut mich aus den Socken. Es ist schön, solche Worte zu lesen und das von jemandem, der sein eigenes Abnehmprojekt sehr ernst nimmt und analytisch auf dem eigenen Blog dokumentiert. Vielen Dank dafür und viel Erfolg dir!

    Liebe Grüße nach Berlin

    Daniel

    Reply
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